Bücherprojekt : Gegenwind für Google

Das digitale Bücherprojekt von Google steht in der Kritik. Nun haben sich Amazon, Microsoft und Yahoo gegen die geplante Einigung zusammen getan.

Die drei Unternehmen hätten sich einer Koalition um das gemeinnützige Projekt "Internet Archive" angeschlossen. Das berichteten die New York Times und das Wall Street Jounal. Die Kritiker des Projekts argumentieren, dass mit der anstehenden Einigung des Suchmaschinen-Spezialisten mit US-Autorenverbänden und Verlagen das Angebot von digitalen Büchern eines Tages in der Hand eines einzigen Unternehmens liegen könnte, hieß es.

Die Einigung sieht vor, dass Google gegen eine Zahlung von 125 Millionen Dollar das Recht erhält, Bücher von Universitäten und Büchereien zu digitalisieren und ins Netz zu stellen. Diese Einigung muss allerdings noch von einem Gericht genehmigt werden. Das US-Justizministerium hat eine eigene Untersuchung der Wettbewerbsfolgen eröffnet.

Es werde vielen erst langsam bewusst, dass die Einigung "enorme, weitreichende, und wettbewerbsbehindernde Konsequenzen" hat, sagte Gary Reback, Anwalt und Berater der Koalition, der New York Times. Reback war in den neunziger Jahren einer der Wortführer in dem Kartellverfahren gegen Microsoft gewesen.

Das Internet Archive ist ein gemeinnütziges Projekt, das seit 1996 Internet-Seiten und Inhalte wie Filme, Bücher und Musik speichert. Über eine Wayback Machine lassen sich historische Varianten vieler Websites zurückverfolgen. Google hatte 2004 begonnen, Bücherbestände aus Universitäten und öffentlichen Büchereien zu digitalisieren. Ziel ist es, alle verfügbaren Bücher im Netz kostenlos oder gegen Bezahlung bereitzuhalten. Unter anderem sollen auch nicht mehr verlegte Bücher über das Internet zugänglich gemacht werden.

Microsoft und Yahoo hätten die Teilnahme an der Koalition bestätigt, Amazon habe einen Kommentar abgelehnt, berichtete die Zeitungen weiter. Der weltgrößte Einzelhändler Amazon vertreibt das Lesegerät Kindle und einem breites E-Book Angebot.

Ein Google-Sprecher verteidigte vor dem Wall Street Journal das Vorhaben des Konzerns. Die Vereinbarung mit den Verlegern bringe mehr Wettbewerb ins Geschäft mit digitalisierten Büchern, und die Konkurrenten wollten dies verhindern.
 

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, aku

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