Wirtschaft : Bürger kaufen aus Angst um den Euro

Berlin - Die Bundesbürger planen trotz der Schuldenkrise und der Anzeichen für einen Abschwung, noch mehr Geld als bislang für größere Anschaffungen wie Möbel oder Autos auszugeben. Das geht aus der monatlichen Umfrage hervor, mit der die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die Stimmung der Verbraucher zu messen versucht. Zwar hat sich demnach das gesamte Konsumklima im August leicht eingetrübt, der Index sank von 5,3 auf 5,2 Punkte, wie die GfK am Donnerstag mitteilte.

„Glauben Sie, dass es derzeit ratsam ist, größere Anschaffungen zu tätigen?“, fragte die GfK. Der aus den Antworten gebildete Index stieg von 34,1 auf 36,9 Punkte. Das Plus geht nach Einschätzung von GfK-Forscher Rolf Bürkl auch auf die Debatte um die Schuldenkrise zurück. „Viele Bundesbürger fürchten um die Stabilität ihrer Währung und investieren folglich ihr Geld eher in werthaltige Anschaffungen, als es auf die hohe Kante zu legen“, erklärte er. Dazu passe auch, dass die Sparneigung im August stark zurückgegangen sei. Daneben sorge die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt dafür, dass die Menschen mehr Planungssicherheit hätten.

Die Aussichten für die Konjunktur halten die Konsumenten dagegen für nicht mehr so gut. Die Erwartungen „brechen regelrecht ein“, hieß es bei der GfK mit Blick auf die Börsenturbulenzen, die weltweiten Schuldenprobleme und die zuletzt schlechteren Wirtschaftsdaten. Der entsprechende Teilindex sank von 44,6 auf 13,4 Punkte. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ficht das aber nicht an. „Der Konsum der privaten Haushalte wird auch im zweiten Halbjahr eine wichtige Stütze des Aufschwungs bleiben“, ließ er erklären. Die Kraft der Binnenwirtschaft habe sich gefestigt, so dass die Wirtschaft bei ihrem Aufwärtstrend bleiben werde. brö

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