Wirtschaft : Bürgschaftsbank wächst im Jubiläumsjahr

Berliner Institut vor 40 Jahren gegründet / Kredit- und Beteiligungsgarantien als Förderinstrument

BERLIN (mot).Mit einem Festakt hat die BBB Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg GmbH am Mittwoch ihr 40jähriges Bestehen gefeiert.Zugleich zog das 1957 gegründete Institut eine Zwischenbilanz des bisherigen Geschäftsverlaufs im Jubiläumsjahr.1997 werde die Bürgschaftsbank abermals die Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen über die Vergabe von Bürgschaften und Garantien aufstoêken und das eigene Wachstum mit einer Kapitalerhöhung sicherstellen, erklärte Geschäftsführerin Waltraud Wolf.Wie schon in den Vorjahren entfalle mehr als die Hälfte der Förderung in Berlin auf Existenzgründer.Dienstleistungen, Handel und Handwerk führten die Branchenstatistik an.Bei den Dienstleistern dominiere die "neue Medien-Branche", darunter die Bereiche Datenverarbeitung, Werbung, Film, Multimedia und Veranstaltungsorganisation. Seit Jahresanfang seien nach der starken Expansion 1995 und 1996 mit bislang 192 Bürgschaften und Garantien bereits 22 Prozent mehr Unternehmen und Freiberufler als im gleichen Vorjahreszeitraum gefördert worden.Die neu übernommene Risikoabsicherung sei um 12 Prozent von 44 Mill.DM auf 50 Mill.DM gestiegen.Insgesamt ist nach Wolfs Angaben die Kreditaufnahme vorsichtiger geworden: der Durchschnittsbetrag einer abgesicherten Finanzierung sank gegenüber dem Stand von Ende 1996 von 371 000 DM auf 327 000 DM.Für das Gesamtjahr rechnet die BBB mit rund 400 geförderten Unternehmen.Daß die Ausfälle der BBB noch sehr moderat seien, hänge mit dem starken Wachstum in den Vorjahren zusammen: Erst nach zwei bis drei Jahren sei die Anlaufphase einer Existenzgündung beendet, dann zeige sich, ob die Geschäftsidee und das Unternehmen tragfähig seien und die Bürgschaftsbank im Falle eines Konkurses aus einer Bürgschaftsverpflichtung auf Zahlung in Anspruch genommen werde. Bei der Bearbeitung der Ausfälle, zeige sich, daß manche unternehmerische Schieflage zu meistern gewesen wäre, wenn für eine angemessene Eigenkapitalausstattung gesorgt worden wäre, etwa auf dem Wege der stillen Beteiligung, so Frau Wolf."Viele springen zu kurz, wenn sie sich für den zinsgünstigen Kredit statt für zusätzliches Beteiligungskapital entscheiden." Häufig werde übersehen, daß in rezessiven Phasen die Liquidität schnell aufgezehrt und die Eigenkapitalbasis zu dünn werde.Die BBB werbe künftig stärker für günstige Beteiligungsmöglichkeiten - etwa über die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Berlin-Brandenburg.Unbeliebt sei bei den Unternehmen offenbar auch die Option, die eigene Belegschaft am Kapital zu beteiligen.Hier herrsche immer noch das Vorurteil, der "Chef sei nachher nicht mehr der Herr im Hause", sagte BBB-Geschäftsführer Manfred Tüngler.Als Ausfall-Gründe nannte Tüngler "typische Unternehmerfehler": schlechte Kalkulation, falsches Risikomanagement, zu späte Kostenanpassung und zu große Abhängigkeit vom Debitoren-Risiko.Mit Blick auf die unübersichtliche Förderlandschaft mahnte Frau Wolf die Bündelung des Förderinstrumentariums an.Diese sei sowohl geographisch als auch inhaltlich notwendig, um den "Förderwettlauf" - etwa zwischen Berlin und Brandenburg - zu beenden. Für die Zukunft sieht sich die BBB gut gerüstet.Da das lebhafte Geschäft das Institut aber nach den Worten Wolfs an die Kapital-Grenzen geführt habe, hätten sich die Träger der Bank unlängst für eine Kapitalerhöhung entschieden.Das Stammkapital sei von rund zwei Mill.DM auf 5,4 Mill.DM kräftig aufgestockt worden.Durch die Zuführung haftender Mittel in Höhe von 6,7 Mill.DM verfüge die BBB nunmehr über ein Haftungskapital von 15 Mill.DM. Insgesamt besicherte die BBB in den vergangenen fünf Jahren fast eine halbe Mrd.DM an Krediten, die für Vorhaben mit einem Volumen von 730 Mill.DM eingesetzt wurden.1200 Unternehmen sind laut Bürgschaftsbank so gefördert, 12 700 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert worden.

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