Wirtschaft : Buffett investiert in Schmieröl

Star-Investor kauft für neun Milliarden Dollar den Chemiekonzern Lubrizol

Volle Taschen. Warren Buffets Kriegskasse enthält 38 Milliarden Dollar. Foto: Reuters
Volle Taschen. Warren Buffets Kriegskasse enthält 38 Milliarden Dollar. Foto: ReutersFoto: REUTERS

Bangalore - Der US-Starinvestor Warren Buffett hat seine angekündigte Großwildjagd begonnen und übernimmt für neun Milliarden Dollar den amerikanischen Chemikalien-Spezialisten Lubrizol. Die am Montag bekanntgegebene Übernahme ist eine der größten in der Geschichte seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway.

Lubrizol stellt unter anderem Schmierstoffe für Maschinen her sowie Zusätze für Motorenöle, Pflegeprodukte, Medikamente und Beschichtungen. Damit konkurriert das Unternehmen aus dem Bundesstaat Ohio auch mit Fuchs Petrolub aus Mannheim.

Lubrizol-Aktien reagierten vorbörslich mit einem Kurssprung von 27 Prozent auf die Übernahme.

„Lubrizol ist genau die Art von Unternehmen, mit der wir uns gerne zusammenschließen“, teilte Buffett mit. Die Einigung sehe einen Kaufpreis von 135 Dollar je Lubrizol-Aktie vor, was einem Aufschlag von rund 28 Prozent zum Schlusskurs vom Freitag entspricht. Berkshire Hathaway übernimmt zudem Schulden in Höhe von rund 700 Millionen Dollar. Lubrizol hat weltweit 6900 Mitarbeiter und soll weiter vom bisherigen Konzernchef James Hambrick geführt werden. Die Wurzeln des Unternehmens gehen in die 1870er Jahre zurück. Nach überzeugenden Quartalszahlen hatte sich Lubrizol im Februar zuversichtlich gezeigt, zunehmend von der Erholung der Weltwirtschaft profitieren zu können.

Berkshire hatte zuletzt Ende 2009 eine ähnlich große Übernahme getätigt: Für 26 Milliarden Dollar kaufte das Unternehmen damals die Bahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe. Buffett hatte Ende Februar eine Jagd auf Übernahmeziele eröffnet. „Unser Elefantengewehr wurde nachgeladen und mein Finger am Abzug juckt“, schrieb der 80-Jährige in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre seines Unternehmens. Die Kasse von Berkshire ist mit 38 Milliarden Dollar prall gefüllt. Der nach der Forbes-Liste zweitreichste Mann in den USA sieht vor allem in seinem Heimatland Chancen für Rekordinvestitionen und große Zukäufe. rtr

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