Wirtschaft : Buhmann und Wunderkind

DÜSSELDORF .Mit Telekom-Chef Ron Sommer tritt ein weltgewandter Mann an die Spitze des neuen deutsch-italienischen Telefonriesen.Kosmopolit ist der 49jährige von Hause aus: Als Sohn eines Russen und einer in Israel geborenen Ungarin wuchs Sommer in Wien auf, bevor er mit 27 Jahren als Geschäftsführer für Nixdorf nach Paris ging.Später stieg er zum Manager des japanischen Elektronikkonzerns Sony auf.Dort hat sich der promovierte Mathematiker einen Namen gemacht, bevor ihn der Telekom-Aufsichtsrat im Jahre 1995 ins Unternehmen rief.Zu dem Zeitpunkt war die Telekom schon eine Aktiengesellschaft mit Erfolgsrechnung.Sommer sollte und wollte aus dem schwerfälligen Apparat einen Global Player machen.Bei diesem Versuch hat man ihn ebenso als Buhmann der Nation verschrien, wie man ihn zum Wunderkind hochgejubelt hat.Die Gebührenpanne am Neujahrstag 1996 und die Verteuerung der Ortsgespräche erregten den Zorn der Verbraucher, während der erfolgreiche Börsengang im Jahre 1996 Analysten zu Lobeshymnen anregte.

Inzwischen sonnt sich Sommer wieder im Glanz guter Geschäftszahlen: Für 1998 verbuchte die Telekom eine Gewinnsteigerung von über 33 Prozent und begann mit den Vorbereitungen für einen zweiten Börsengang.Wie Sommer und Telecom-Italia-Chef Franco Bernabè die Macht untereinander aufteilen, wird man sehen.Vor einigen Wochen hatte Sommer in einem Interview gesagt: "Eins ist klar: Wir wollen die Rolle spielen, die Daimler bei Chrysler hat - und nicht die von Opel bei General Motors".Das sagt viel.Klar ist auch, daß sich Bernabè zwar nicht mit einem urdeutschen Sturkopf herumschlagen muß, dafür aber mit einem gewieften Mann, der die Waffe Wort wohl zu gebrauchen weiß.Darin aber sind sich die beiden Telefonchefs ähnlich.val

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