BUND : Erdbeben bei CO2-Speichern befürchtet

Mit dramatischen Szenarien warnt der Umweltverband BUND vor der Technologie zur Abscheidung und Speicherung des Klimagases CO2.

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Aus dem Nichts an die Spitze. Roland Berger, gebürtiger Berliner, hat jahrzehntelang die deutsche Wirtschaft beraten. Jetzt geht sein Lebenswerk an die Konkurrenz. Foto: ddp
Aus dem Nichts an die Spitze. Roland Berger, gebürtiger Berliner, hat jahrzehntelang die deutsche Wirtschaft beraten. Jetzt geht...Foto: ddp

Berlin - Die unterirdische Endlagerung des Gases „kann zur Versalzung des Grundwassers führen“, teilte der Verband am Donnerstag als Quintessenz eines Gutachtens über die Risiken der sogenannten CCS-Technologie mit. „Die hohen Drücke, die zur Verpressung des CO2 in die Tiefe erforderlich sind, können außerdem Leckagen oder Erdbeben verursachen.“ Der Interessenverband IZ Klima, der im Auftrag der Wirtschaft für die neue Technologie wirbt, warf dem BUND eine „unverantwortliche Angstmacherstrategie“ vor. Man sei noch dabei, die Risiken zu eruieren, deshalb seien die BUND-Urteile viel zu früh. „Um die offenen Fragen zu beantworten, brauchen wir ein Demonstrationsobjekt“, sagte IZ Klima-Geschäftsführer Michael Donnermeyer auf Anfrage.

Die CCS-Technologie wird vor allem von Vattenfall vorangetrieben. Der Konzern betreibt in der Lausitz eine Pilotanlage und will ein großes Demokraftwerk bauen. Das dort abgetrennte CO2 soll dann in Brandenburg gespeichert werden, wogegen es Proteste gibt. Der BUND kommt in seinem Gutachten zu dem Schluss, es sei offen, ob die in Brandenburg „geplanten Lagerstätten dicht seien“. Schließlich sei die Technik auch deshalb abzulehnen, weil der Wirkungsgrad der mit CCS ausgerüsteten Kraftwerke „um etwa 30 Prozent“ sinke. Diese Größenordnung wies Donnermeyer zurück. Aber ein geringerer Wirkungsgrad sei „der Preis für den Klimaschutz“. Ohne CCS, so Donnermeyer, „verabschieden wir uns entweder von den Klimazielen oder von unserer Industrie“.

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