Wirtschaft : Bund erzielt seit 20 Jahren erstmals wieder Gewinn - 215 Millionen Mark Überschuss

Der Bund hat mit seinen Hermes-Bürgschaften für wirtschaftliche Risiken deutscher Exportgeschäfte erstmals seit 20 Jahren wieder einen Gewinn erzielt. Nach einem Defizit von 55,7 Millionen Mark im Jahr 1998 wurden die Geschäfte im vergangenen Jahr mit einem Überschuss von 215 Millionen Mark abgeschlossen, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mit. Der Überschuss wurde an den Bundeshaushalt abgeführt, ebenso wie Zinsen aus Umschuldungsabkommen in Höhe von 1,1 Milliarden Mark.

Neben gesunkenen Ausgaben für Schadensleistungen seien um 20 Prozent erhöhte Rückflüsse aus früheren Schadenszahlungen und den Prämieneinnahmen verbucht worden, hieß es in der Mitteilung. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2,7 Prozent des deutschen Gesamtexports mit den Ausfuhrgewährleistungen von Hermes abgesichert. Die Hermes-Kreditversicherung in Hamburg übernimmt die technische Abwicklung im Auftrag des Bundes.

Für Exporte in die Industrieländer bestehe so gut wie keine Nachfrage nach den Bundesdeckungen, da hier kaum politische Risiken bestünden und somit ausreichend privater Versicherungsschutz für wirtschaftliche Risiken angeboten werde. Die erneute Abnahme bei neu gebürgten Exportgeschäften von 30,2 Milliarden Mark auf 26,7 Milliarden Mark liege hauptsächlich in der andauernden Wirtschaftskrise in Russland und den übrigen Nachfolgestaaten der Sowjetunion begründet.

86 Prozent aller gedeckten Auftragswerte entfielen auf Exporte in die Entwicklungsländer. Fast ein Fünftel des Gesamtexports in diese Länder war durch Bundesbürgschaften gedeckt. Hermes-Bürgschaften für ostasiatische Länder, die 1998 bis auf China rückläufig waren, nahmen wieder von 7,3 Milliarden Mark auf 8,3 Milliarden Mark zu, teilte das Wirtschaftsministerium mit.

Auch für mittelständische Exporteure spielten Hermes-Deckungen eine wichtige Rolle. Der Anteil der Einzeldeckungen für diese Gruppe habe sich auf 85,6 Prozent erhöht. Nahezu zwei Drittel der gedeckten Auftragswerte entfielen auf mittelständische Exporteure.

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