Wirtschaft : Bund senkt Förderung für Ost-Technologietransfer

Übergangsphase bis 1999 / Derzeit acht Mill.DM Zuschüsse CHEMNITZ (dpa/AP).Der Bund will die Förderung der Einrichtungen für Technologietransfer in den neuen Bundesländern schrittweise zurückfahren.Die 20 Agenturen für Technologietransfer und Innovationsförderung sowie die 14 technologiespezifischen und branchenorientierten Transferzentren mit rund 250 Mitarbeitern müßten ihre Mittel künftig verstärkt selbst erwirtschaften, sagte Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt (FDP) am Freitag in Chemnitz.Es könne auf Dauer nicht angehen, daß der Bund 30 bis 35 Prozent und die Länder rund 20 Prozent der Mittel dieser Einrichtungen aufbrächten, so Rexrodt. Die Förderung, die derzeit rund acht Mill.DM betrage, solle jedoch 1998 und 1999 noch auf gleichem Niveau bleiben."Die Betriebe sollen sich in dieser Zeit noch umorientieren können", so der Wirtschaftsminister weiter."Wir werden das Zurückfahren der Mittel mit Verstand und Augenmaß machen." Die Senkung habe weniger finanzielle als marktordnerische und strukturpolitische Hintergründe.Wenn die Unternehmen sich Unterstützung bei den Technologie-Zentren holten, müßten sie dafür auch bezahlen.In Mecklenburg-Vorpommern soll dazu noch in diesem Frühjahr ein Modellprojekt starten. Rexrodt hatte auf einer Tagung des Verbandes der Innovations- und Technologieberatungsorganisationen Deutschlands (VITO) ein positives Fazit der Technologieförderung für die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Ostdeutschland gezogen.Sie hätten gerade in der schwierigen Phase der wirtschaftlichen Umstrukturierung in Ostdeutschland zu einer besseren Zusammenarbeit von Betrieben und Forschungseinrichtungen beigetragen.Die Forschungsaufwendungen der Unternehmen seien in den letzten Jahren um etwa acht Prozent gestiegen.Die sächsischen und thüringischen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes investierten gemessen am Gesamtumsatz mittlerweile stärker in Forschung und Entwicklung als vergleichbare Betriebe in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Die Bundesregierung hatte 1991 mit den Ländern, Kammern und Verbänden begonnen, ein Netz von Technologietransfer-Einrichtungen in Ostdeutschland einzurichten.Diese sollen helfen, das laut Rexrodt "mangelnde Zusammenspiel von Forschung und Wirtschaft in Deutschland" zu verbessern und wissenschaftliche Ergebnisse von Forschungseinrichtungen schnell in der Praxis umsetzen.Die erste Technologietransferstelle wurde 1991 in Chemnitz eingerichtet.

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