Wirtschaft : Bund sichert 600 Millionen für IKB ab

Berlin - Die Bundesregierung sichert beim Verkauf der IKB weitere 600 Millionen Euro an Risiken ab, wie eine Sprecherin des Finanzministeriums am Freitag in Berlin mitteilte. Gleichzeitig verteidigte die Bundesregierung die umstrittene Rettungsaktion. Sowohl die Bundesregierung als auch die Finanzaufsicht Bafin und die Bundesbank hätten im Fall einer Insolvenz der Mittelstandsbank vor unabsehbaren Folgen für den Finanzplatz Deutschland gewarnt, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg. Es wäre die erste Bankenpleite in diesem Ausmaß gewesen. „Das wollten wir nicht“, sagte er.

Dem Vernehmen nach zahlt der Käufer, der US-Finanzinvestor Lone Star, etwas über 100 Millionen Euro für die IKB. Über Details des Vertrages ist Stillschweigen vereinbart worden. Der Bund erhoffte sich einen Kaufpreis von 800 Millionen Euro. Die Differenz werde von der staatseigenen KfW Bankengruppe abgedeckt, die Haupteigentümerin der IKB ist, sagte die Sprecherin.

Die IKB hatte sich auf dem US-Immobilienmarkt mit Milliarden verspekuliert. Mitte kommender Woche wird eine Vorentscheidung über einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss erwartet. Voraussichtlich am Mittwoch ist dem Vernehmen nach ein Gespräch zwischen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und FDP-Chef Guido Westerwelle über die Rettungsaktion für die IKB geplant. Vom Ergebnis dürfte abhängen, ob sich die FDP-Fraktion bei ihrer Klausur im September auf einen Untersuchungsausschuss verständigt. dpa

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