Wirtschaft : Bund und Land wollen keine Verluste bei der Weltausstellung

HANNOVER (Tsp).Die Weltausstellung in Hannover soll kein Verlustbringer werden.Darauf bestehen der Bund und das Land Niedersachsen, die wichtigsten Gesellschafter der Expo 2000.Sie halten vorerst weiterhin an dem Ziel einer Weltausstellung ohne Minusabschluß fest.Das sagten Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt (FDP) und Niedersachsens Finanzminister Heinrich Aller (SPD).

Die Vorgabe für die Expo GmbH, ohne ein Minus abzuschließen, "gilt nach wie vor", sagte Rexrodt der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".Der Wirtschaftsminister vertritt den Bund im Aufsichtsrat der Expo.Der Bund hält 40 Prozent der Anteile an der Gesellschaft, die die Weltausstellung organisiert; das Land Niedersachsen hält 30 Prozent.

"Das Ziel muß aus Sicht der Gesellschafter die schwarze Null bleiben", sagte Aller.Der Landesfinanzminister zeige sich darüber verärgert, daß die Expo bereits in der Öffentlichkeit über zusätzliche Investitionen spreche, die möglicherweise Verluste in dreistelliger Millionenhöhe bedeuten könnten."Die Geschäftsführung der Expo muß gegenüber den Gesellschaftern genau darlegen, was in der bisherigen Planung nicht mehr zu halten ist.Der Aufsichtsrat am 25.September hat Anspruch auf eine vollständige Unterrichtung.Danach wird sich die Gesellschafterversammlung am 4.November mit einer möglicherweise neuen Lage auseinandersetzen", sagte Aller.

Es gebe "keine Blankoschecks" für die Expo.Ein überarbeitetes Konzept müsse "ein Höchstmaß an Einnahmen garantieren".Dagegen hatte Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD) kürzlich gesagt, die Expo finde statt, egal was sie koste.

Zur Kritik des Landesrechnungshofes an unvollständiger und zu später Unterrichtung über Finanzprobleme wollte sich Aller nicht äußern.Zunächst müsse Expo-Chefin Birgit Breuel dazu eine Stellungnahme abgeben."Die Risikobeschreibung des Landesrechungshofes muß allerdings auch die Geschäftsführung der Expo nachdenklich machen", sagte Aller.

Ein großes Problem sei, daß die Weltausstellung im Jahr 2000 in Deutschland "bisher nicht als nationale Aufgabe begriffen wird", beklagte der Finanzminister.Er lehnte eine Debatte über personelle Konsequenzen bei der Expo-Gesellschaft ab.Unterdessen forderten die Grünen im Landtag Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD) auf, seinen Aufsichtsratssitz bei der Expo abzugeben.

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