Wirtschaft : Bund verlängert Staatsgarantie für Airlines

fo

Die Bundesregierung wird die Staatshaftung für deutsche Fluggesellschaften um zwei Monate verlängern. Das kündigte Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) am Mittwoch auf einem Luftverkehrskongress in Berlin an. Damit sollen die Risiken durch Terrorismus und Krieg abgedeckt werden nachdem die Versicherungskonzerne wegen der Anschläge in New York ihre Verträge mit den Luftfahrtgesellschaften aufgekündigt hatten. In der EU liefen diese Staatsgarantien, ohne die kein Flugzeug starten dürfte, Ende März aus. Weil die USA offenbar ihre Haftung um 60 Tage verlängern, ziehen die europäischen Regierungen mit. Die Maßnahme soll kommende Woche auf der EU-Verkehrsministerkonferenz in Brüssel beschlossen werden.

Der von der Industrie geforderte Ausbau der Flughafenkapazitäten kann nach Ansicht Bodewigs auch durch eine engere Kooperation von Airlines und Bahn erreicht werden. Etwa 30 Prozent aller innerdeutschen Flüge könnten auf die Schiene verlagert werden, meint der Verkehrsminister. Dadurch würden Lande- und Startkapazitäten für internationale Flugverbidnungen frei.

Das sieht der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa AG, Jürgen Weber, ganz anders. Das Thema Start- und Landerechte, im Fachjargon Slots genannt, werde nur deshalb diskutiert, weil in Deutschland der Mangel verwaltet werden müsse. "Bei ausreichender Infrastruktur erübrigen sich weitere Debatten um die Umverteilung von Slots," sagte Weber auf dem Kongress. Er fordert daher mit Nachdruck den Ausbau der Drehkreuze Frankfurt und München. München brauche in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts eine dritte Landebahn, Frankfurt dringend die vierte Bahn. Der geplante Großflughafen in Berlin müsse kommen, "aber nicht um jeden Preis", sagte Weber.

Der Lufthansa-Chef kritisierte erneut scharf die Subventionierung von Luftfahrtgesellschaften in aller Welt. Damit werde die überfällige Marktbereinung aufgehalten. Allein in Europa seien in den letzten Jahren rund 13 Milliarden Euro an Staatsmitteln geflossen. Die amerikanische Regierung habe mit fünf Milliarden Dollar weit mehr Geld zur Verfügung gestellt, als die finanziellen Folgen der Terroranschläge bei US-Airlines ausmachten. Nach Meinung Webers sind "die Zeiten der Nationalcarrier vorbei." Im vergangenen Jahr haben die Airlines wegen der Rezession und der Anschläge weltweit etwa zehn Milliarden Dollar Verluste eingeflogen. Das zeige, auf welch schwachen Beinen viele Airlines stünden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben