Wirtschaft : Bund will sich noch 1997 von DG Bank trennen

Die KfW ist möglicher Käufer / Institut startet mit gutem Ergebnis ins laufende Geschäftsjahr

FRANKFURT (MAIN) (dpa/ddpADN).Finanzminister Theo Waigel will im Zuge der Privatisierungsoffensive auch den Bundesanteil an der DG Bank verkaufen.Nach Informationen der DG Bank-Spitze rechnet sich Waigel dafür einen Erlös von 500 bis 600 Mill.DM aus.Der Bund hält derzeit noch 6,4 Prozent an dem Frankfurter Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken. DG Bank-Vorstandsvorsitzender Bernd Thiemann begrüßt die Bonner Pläne.Er schlug am Mittwoch in Frankfurt vor, den Verkauf des Bundesanteils in einem Akt mit der Änderung des DG Bank-Gesetzes über die Bühne zu bringen.Damit soll dem öffentlich-rechtlichen Kreditinstitut der Weg in die private Rechtsform einer Aktiengesellschaft geebnet werden.Ein Börsengang sei allerdings nicht geplant.Der Bankchef erwartet, daß die Privatisierung noch im laufenden Jahr in Gang kommt.Käufer wird nach Thiemanns Einschätzung zunächst "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" ein dem Bund nahestehendes Unternehmen, "vorzugsweise" die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Die Neugründung einer Wertpapierservicebank ist sicher.Thiemann kündigte den Start dieser Tochtergesellschaft mit Sitz in Frankfurt und etwa 500 Mitarbeitern für das zweite Quartal 1998 an.Dabei ist es dem DG-Chef überraschend gelungen, alle regionalen Zentralbanken (SGZ, GZB, WGZ) der Genossenschaftsgruppe ins Boot zu hieven.Damit dürfte der zuletzt heftige Streit innerhalb der genossenschaftlichen Finanzfamilie beigelegt sein. Das Geschäftsjahr 1997 ist laut Thiemann sehr gut angelaufen.Das Konzernbetriebsergebnis vor Risikovorsorge erhöhte sich in den ersten vier Monaten 1997 um 21,4 Prozent auf 419,5 Mill.DM.Motor dieser guten Ertragsentwicklung war der um 7,3 Prozent auf fast 1,2 Mrd.DM gestiegene Zinsüberschuß.Die Bilanzsumme im Konzern wuchs seit Jahresbeginn um 3,3 Prozent auf 342,7 Mrd.DM.Nach Thiemanns Worten stößt die Bank "wieder in eine Größenordnung vor, die dem Anspruch als Spitzeninstitut gerecht wird." Dem Geschäftsjahr 1996 stellte Thiemann das Prädikat "Jahrgang mit hoher Güte" aus.Dabei verbesserte sich das Betriebsergebnis im Konzern vor Risikovorsorge von 836 auf 1037 Mill.DM, die Risikovorsorge wurde auf 161 (1995: 427) Mill.DM zurückgefahren.Die Bilanzsumme kletterte um knapp 14 Prozent auf 331,8 Mrd.DM.Die Mitarbeiterzahl stieg leicht von 4702 auf 4772. Für das Mutterhaus der DG Bank weist die Bilanz ein Volumen von 191,2 Mrd.DM nach 161,9 DM im Jahr 1995 aus.Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge machte einen Sprung um 73,5 Prozent auf 606,5 Mill.DM.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar