Bundesagentur für Arbeit : Erst 2011 weniger als drei Millionen Arbeitslose

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit stellt sich auf eine lange Wartezeit ein, bis die Zahl der Erwerbslosen unter drei Millionen sinkt. Besonders Langzeitarbeitslose haben trotz guter Konjunktur Probleme einen Job zu finden.

BerlinDer Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, hat vor übertriebenem Optimismus am Arbeitsmarkt gewarnt. Es könne noch Jahre dauern, bis die Arbeitslosenzahl unter die Marke von drei Millionen fällt, sagte Weise der Tageszeitung "Die Welt". Die Bundesregierung erwarte bis zum Jahr 2011 eine Arbeitslosenzahl von 3,2 Millionen im Jahresschnitt. "Angesichts der starken Schwankungen im Jahresverlauf, könnte die Marke von drei Millionen in sehr guten Monaten, etwa in einem September oder Oktober, unterschritten werden", sagte Weise.

Gering qualifizierte Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund und Ältere, die schon lange nicht mehr gearbeitet haben, hätten trotz der guten Konjunktur Probleme am Arbeitsmarkt, sagte der BA-Vorstandschef dem Blatt zufolge. Schwierig sei auch, dass im Hartz-IV-System Menschen erfasst würden, selbst wenn sie nur drei Stunden am Tag arbeiten können. "In anderen Ländern gelten diese Arbeitslosen als erwerbsunfähig und bekommen dann eine Rente", sagte Weise. "Viele von diesen Menschen können wir nur sehr langsam in den Arbeitsmarkt bringen." Immerhin sei die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung im Vergleich zum Vorjahr um 345.000 gesunken. "Es bewegt sich also etwas." (mit dpa)

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