Bundesagentur zur Arbeitslosigkeit im April : Berlin auf dem besten Stand seit 1993

Im April 2014 waren in Deutschland 77 000 weniger Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. Auch in Berlin, ist die Arbeitslosigkeit inzwischen auf das niedrigste April-Niveau seit 1993 gefallen.

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Weniger Arbeit haben die Arbeitsagenturen: Vor allem wegen des milden Winters.
Weniger Arbeit haben die Arbeitsagenturen: Vor allem wegen des milden Winters.Foto: picture-alliance

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist erstmals in diesem Jahr unter die Drei-Millionen-Marke gefallen. Die Arbeitslosenzahl sank im April im Vergleich zum Vormonat um 111 000 auf 2,943 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 77.000 weniger Menschen ohne Job.
BA-Chef Frank-Jürgen Weise begründete die positive Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt vor allem mit den „guten konjunkturellen Rahmenbedingungen“. Ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen ist nach den Wintermonaten zwar üblich. In diesem Jahr fällt dieser aber laut BA aufgrund der guten Konjunktur „relativ kräftig“ aus. In Berlin waren im April 205 787 Arbeitslose gemeldet, das waren gut 10300 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im Jahresvergleich um 0,9 Prozentpunkte auf 11.4 Prozent. Damit gibt es in der Hauptstadt die niedrigste Arbeitslosenquote in einem April seit 1993. "Die positive Entwicklung der Berliner Wirtschaft kommt am Arbeitsmarkt", kommentierte Dieter Wagon, Chef der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg die aktuellen Zahlen.

700 neue Stellen zur Besetzung und bessere Chancen für Menschen unter 25 Jahren

Seinen Angaben zufolge meldeten die Berliner Arbeitsagenturen seit Anfang des Jahres etwa 24 000 Stellen zur Besetzung, das sind 700 mehr als im Vorjahreszeitraum. "Erfreulich ist, dass nach wie vor besonders Jugendliche profitieren. Die Arbeitslosenzahl der jüngeren Menschen unter 25 Jahren sinkt zum Vorjahr um 2500 und ihre Arbeitslosenquote liegt nun bei 10,8 Prozent", freute sich Wagoner. Den Arbeitagenturen und Jobcentern wurden in April 6263 neue Arbeitsstellen gemeldet, das waren 829 weniger als im März aber 848 mehr als im April 2013.

Zur Situation auf dem Berliner Ausbildungsmarkt teilt die Regionaldirektion mit, bis Mitte April seien 11 790 Ausbildungsplätze gemeldet worden, davon seien 7177 noch unbesetzt. Gleichzeitig sind bei den Arbeitsagenturen noch 8796 junge Menschen als unversorgte Ausbildungsplatzsuchende registriert. Alles in allem waren in Berlin zuletzt 1,238 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das waren knapp 29 000 mehr als vor einem Jahr. "Mit dieser Steigerung von 2,4 Prozent liegt die Region 0,9 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Durchschnitt. In Berlin und Brandenburg zusammen betrug der Zuwachs 1,7 Prozent (auf knapp zwei Millionen). In der Region insgesamt waren im April 333 767 Menschen arbeitslos gemeldet, das waren fast 21 000 weniger als vor einem Jahr. "Die Berliner Wirtschaft wird zur Jobmaschine der Republik. Nahezu jeder zehnte zusätzliche Sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsplatz in Deutschland wird aktuell in Berlin geschaffen", freute sich die Berliner IHK. Und diese Entwicklung komme jetzt auch in den Problemregionen des Berliner Arbeitsmarktes an: Um 5,9 Prozent sei die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken, sogar um 12,7 Prozent verringerte sich die Zahl der jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren. Doch "wer jetzt auf den Maikundgebungen die Einführung des flächendeckenden Mindestlohnes überschwänglich feiert, verkennt die zu befürchtenden negativen Auswirkungen auf genau diese Personengruppen", moserte die IHK über das Vorhaben der Regierung, im nächsten Jahr einen Mindestlohn von 8,50 Euro einzuführen.



Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit sieht in der Ukraine-Krise keine Risiken für Deutschlands Arbeitsmarkt

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, sieht keine Auswirkungen der Ukraine-Krise auf den deutschen Arbeitsmarkt. „Unser Handelsvolumen mit der Ukraine ist sehr, sehr gering“, sagte Weise am Mittwoch bei der Bekanntgabe der aktuellen Arbeitslosenzahlen in Nürnberg. Dagegen gingen rund vier Prozent der deutschen Ausfuhren nach Russland, das seinerseits vor allem Öl und Gas nach Deutschland exportiere. Es sei schwer vorstellbar, dass die Lieferungen als Reaktion auf verschärfte Sanktionen eingestellt werden. „Russland wäre angewiesen auf die Einnahmen aus Energie“, sagte Weise. Er zog deshalb das Fazit: „Wir
sehen im Moment für den Arbeitsmarkt keine Risiken. Die Perspektiven von Arbeitslosen verbessern sich, nachdem diese in den vergangenen zwei Jahren nur wenig vom Beschäftigungsaufbau profitiert hatten.“ Die Zahl der Erwerbstätigen stieg gegenüber dem Vormonat um 96 000 auf 41,81 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie um 372 000 höher. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm nach Hochrechnung der Bundesagentur von Januar auf Februar (aktuellste Daten) um 47 000 auf 29,42 Millionen Menschen zu. Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften steige weiter leicht und sei „auf einem guten Niveau“. Im April waren 455 000 offene Stellen bei der BA gemeldet. Das waren 15 000 mehr als vor einem Jahr. Besonders gesucht seien Arbeitskräfte in den Berufsfeldern Verkauf, Mechatronik, Energie und Elektro, Metall-, Maschinen- und Fahrzeugtechnik. Aber auch in Gesundheitsberufen, in Verkehr, Logistik, Tourismus und Gastronomie würden Mitarbeiter gesucht. mit dpa

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