Wirtschaft : Bundesbank-Präsident Welteke sieht mittelfristig keinen Grund für eine Währungsschwäche

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Die europäische Währung hat sich bis zum Montagmittag wieder der Parität zum Dollar angenähert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Euro-Referenzkurs auf 1,0027 Dollar fest nach 1,0097 Dollar am Freitag.

"Gerüchte um einen Streit zwischen den Europäern und den USA über die Abschlusserklärung zum G-7-Treffen haben dem Euro alles andere als geholfen", sagte der Währungsanalyst Rob Hayward von der BankAmerica. Danach hätten die USA am Wochenende in Tokio darauf gedrängt, eine Erklärung abzugeben, in der vor einer schwachen europäischen Währung gewarnt wird. Zu einer solchen Aussage sei es einzig und allein wegen des Widerstands der EU nicht gekommen.

Solange in der EU die strukturellen Reformen, vor allem der Arbeitsmärkte, ausblieben, gehe es für den Euro kontinuierlich abwärts. Ein Fall des Euro unter die Dollar-Parität ist nach Aussage Haywards bereits "in Sichtweite".

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Ernst Welteke, hat in Tokio nach Abschluss des G7-Treffens erklärt, er sei "zutiefst davon überzeugt, dass der Aussenwert des Euro in naher Zukunft stärker werden" wird. Voraussetzung sei ein stabiler Binnenwert. Das größte Risikopotential für die Weltwirtschaft gehe von der amerikanischen Wirtschaft aus.

Der Bundesbank-Präsident sagte, der Rückgang des Eurowertes im vergangenen Jahr könne mit einer Reihe "objektiver Faktoren" erklärt werden. Insbesondere nannte er den Kosovo-Krieg, "die Vermutung", dass strukturelle Reformen vor allem in Deutschland nicht schnell genug in Angriff genommen würden, sowie die Fortsetzung des Wachstums in den USA. Aus mittelfristiger Perspektive gebe es aber "für einen dauerhaft schwachen Euro keine Begründung".

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