Wirtschaft : Bundesbank sieht weiter Wachstum Neue Bankenregeln bremsen Konjunktur nicht

Frankfurt am Main - Die Bundesbank befürchtet keine negativen Auswirkungen der schärferen Bankenregeln („Basel III“) für die Konjunktur. Zwar brächten die neuen Anforderungen „für deutsche Banken einen Kapitalmehrbedarf in bedeutender Höhe mit sich“, bekräftigte die Notenbank in ihrem Monatsbericht September, der am Montag veröffentlicht wurde. „Nach Einschätzung der Bundesbank werden die deutschen Institute das jetzt zusätzlich notwendige Kapital zur Erfüllung der Eigenkapitalquoten über einbehaltene Gewinne und gegebenenfalls Kapitalaufnahme aufbringen können, ohne dass es zu einem Verschuldungsabbau zulasten der Realwirtschaft kommt“, glauben die Notenbanker. Der Bundesverband deutscher Banken warnte allerdings vor empfindlichen Gewinneinbußen. Bankenabgabe, Finanztransaktionssteuer und die geplante Reform der europäischen Einlagensicherung würden die Kosten für die Institute mehr als verdoppeln, betonte der scheidende Bankenverbands-Hauptgeschäftsführer Manfred Weber am Montag. Sein Schreckensszenario sieht so aus: „Von zehn Euro Gewinn blieben den Banken dann nach Abzug von Steuern und Abgaben gerade einmal drei Euro, die sie den Rücklagen zuführen könnten.“ Bislang seien dies sieben Euro.

Unabhängig vom Streit über die Haftung der Banken sieht die Bundesbank die Entwicklung der deutschen Wirtschaft positiv. Sie bewege sich weiter im Vorwärtsgang – wenngleich mit niedrigerem Tempo. Die Aufwärtsdynamik habe sich zum Sommeranfang deutlich abgeschwächt, bleibe aber intakt. „Wegen der langsameren Gangart der Weltwirtschaft beruhigte sich die Nachfrage nach Industrieerzeugnissen“, erklärte die Bundesbank. Im zweiten Quartal 2010 war die Wirtschaft um 2,2 Prozent zum Vorquartal gewachsen. Das war der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. dpa/rtr

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