Wirtschaft : Bundesbank verteidigt niedrige Zinsen

Hamburg - Angesichts historisch niedriger Zinsen für Sparer im Zuge der Euro- Krise hat Bundesbank-Präsident Jens Weidmann die Rolle der Notenbanken verteidigt. Es sei nicht Aufgabe der Notenbanken, „eine bestimmte reale Rendite, also eine Rendite nach Abzug der Inflation zu garantieren“, sagte Weidmann der „Zeit“. Vielmehr müsse sich der Sparer „darauf verlassen können, dass wir den Wert des Geldes stabil halten“ – und er müsste darauf zählen können, dass die Notenbanken die Zinsen anheben, wenn Inflationsrisiken zunähmen. Nicht nur im wirtschaftsstarken Deutschland bekämen Sparer das niedrige Zinsniveau zu spüren, betonte Weidmann. „Das gilt für einen italienischen Sparer genauso wie für einen deutschen.“ Verbrauchern brächten die niedrigen Zinsen nicht nur Nachteile, sie nutzten diesen auch – als Arbeitnehmer, als Käufer von Immobilien oder als Steuerzahler. „In diesen Rollen profitieren wir von den niedrigen Zinsen, weil sie vielleicht unseren Arbeitsplatz sichern, Baugeld günstiger machen und den Staatshaushalt entlasten“, sagte Weidmann. Dies gehe in der aktuellen Debatte oft unter. AFP

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