Wirtschaft : Bundesbankchef sieht für 2000 deutliche Stärkung der europäischen Gemeinschaftswährung

Einen deutlich stärkeren Euro erwartet Bundesbankpräsident Ernst Welteke im Jahr 2000. Der Außenwert der europäischen Gemeinschaftswährung werde spürbar steigen, sagte er am Mittwoch. Welteke zog eine positive Bilanz für den Euro. Seine Einführung zu Jahresbeginn in den elf Mitgliedsländern der Währungsunion habe reibungslos funktioniert. Außerdem habe sich die Währung innerhalb der Gemeinschaft bereits bestens bewährt. Die innere Stärke des Euro sei ausgesprochen gut. Dies belegten die niedrige Inflationsrate in Euroland sowie der beginnende Wirtschaftsaufschwung. Einen möglichen Wechselkurs des Euro zum US-Dollar im kommenden Jahr wollte er nicht nennen. "Der Außenwert des Euro ist sicher wichtig, aber kein Ziel der Notenbank." Welteke erwartet jedoch, dass sich die Wachstumsunterschiede zwischen den USA und den Euroländern schon bald "einebnen" werden. Die Konjunktur in Europa springe an und hole zu den USA auf. Dies werde den Euro an den Finanzmärkten stärken.

Der Bundesbankpräsident rechnet auch für 2000 mit einer niedrigen Inflationsrate. "Der Anstieg des Ölpreises kann ja nicht so weiter gehen", sagte er. Die rasante Teuerung von Öl und Rohstoffen war 1999 Hauptgrund für den leichten Anstieg der Verbraucherpreise. Welteke ermahnte die Tarifparteien, bei den Lohnabschlüssen nicht zu hoch zu greifen. Dies könne sonst die Preise hoch treiben. Grundsätzlich sieht er keine Notwendigkeit für die Europäische Zentralbank, derzeit die geldpolitischen Zügel zu straffen.

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