Wirtschaft : Bundesfinanzhof stärkt Verkäufer von Immobilien

München - Privatpersonen, die eine vermietete Immobilie mit Verlust verkaufen, sind künftig gegenüber Unternehmen nicht mehr benachteiligt. Auch sie können die auf die Restschuld noch fälligen Zinsen steuerlich geltend machen, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in München entschied. Mit Blick auf eine veränderte Gesetzeslage gab er damit seine bislang gegenteilige Rechtsprechung auf (Az: IX R 67/10). Der Kläger hatte 1994 ein Wohngebäude gekauft, dies vermietet und die erzielten Einkünfte versteuert. 2001 verkaufte er das Haus wieder, allerdings mit hohem Verlust. Der Verkaufserlös reichte nicht aus, die restlichen Kredite abzuzahlen. Wenigstens die Zinsen auf den noch verbliebenen Kreditbetrag wollte er daher als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Das Finanzamt erkannte die „nachträglichen Schuldzinsen“ nicht als Werbungskosten an. Nun gab der BFH aber dem Kläger recht. Zur Begründung verwiesen die Münchener Richter auf eine Änderung des Einkommensteuergesetzes, mit der seit 1999 der Zugriff der Finanzämter auf private Verkaufserlöse ausgedehnt wurde. AFP

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