Bundesumweltministerium : Laufzeit von Brunsbüttel wird nicht verlängert

Keine längere Laufzeit für das Atomkraftwerk Brunsbüttel: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat den entsprechenden Antrag des Betreibers abgelehnt, weil der Reaktor über noch weniger Sicherheitsreserven verfüge als Krümmel.

BerlinDer Antrag des Betreibers Vattenfall stammt aus dem Jahr 2007. Der Konzern wollte damals die im Atomkonsens vereinbarte Strommenge von Krümmel auf sein älteres Atomkraftwerk Brunsbüttel übertragen, um dessen Laufzeit um etwa zweieinhalb Jahre zu verlängern. Nach einem Transformator-Brand und weiteren Pannen sind sowohl Krümmel als auch Brunsbüttel seit längerem abgeschaltet. Einen Termin, wann die Anlagen wieder angefahren werden, gibt es noch nicht.

Die Übertragung von Strommengen auf ältere Atomkraftwerke geht nicht ohne die Zustimmung des Bundesumweltministers. Ähnlichen Anträge von RWE und EnBW hatte das SPD-geführte Ressort bereits eine Absage erteilt. Das Nein zu Vattenfall kam also nicht überraschend.

Mit der Verlängerung der Laufzeiten pokern die Konzerne darauf, dass nach der Bundestagswahl im September andere Mehrheiten herrschen und die Abschaltung hinfällig wird. Bis dahin wird wohl ohnehin kein älteres Werk abgeschaltet, weil viele Betreiber ihre Reaktoren für Instandhaltungsarbeiten vom Netz genommen haben und deshalb noch nicht die Strommengen produziert wurden, wie bis zur Abschaltung vereinbart.

Im Juni 2000 einigte sich die damalige rot-grüne Bundesregierung und die Energiewirtschaft auf einen Fahrplan für den Atomausstieg . Demnach sollen alle Kernkraftwerke schrittweise abgeschaltet werden, die ältesten zuerst. Neue Reaktoren dürfen nicht gebaut werden. Mit der Novelle des Atomgesetzes ist der Ausstieg seit 2002 festgeschrieben. Die Union hatte sich im noch geltenden Koalitionsvertrag mit der SPD verpflichtet, in der laufenden Wahlperiode nicht am Atomausstieg zu rütteln. Union und FDP sind jedoch inzwischen der Meinung, dass Deutschland seine ehrgeizigen Klimaschutzziele ohne Atomstrom nicht erreichen könne. (sp/Reuters/dpa)

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