Wirtschaft : Bundesverband deutscher Zeitungsverleger: Anzeigenrückgang im Jahr 2002 erwartet

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In Erwartung des Euro werden die meisten deutschen Verlage schon bald die Zeitungspreise verändern. "Die Verlage werden im Herbst ihre Preise krumm machen, damit im Januar ein glatter Preis rauskommt", sagte Volker Schulze, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am Donnerstag in Berlin. Er gehe aber nicht davon aus, dass die Verlage die Währungsumstellung am 1. Januar 2002 zu einer verdeckten Preiserhöhung nutzen werden.

Nach dem Werberekord im Jahr 2000 erwarten die Verlage 2001 einen Rückgang der Anzeigenerlöse. "Wir gehen von einer Stabilisierung auf dem hohen Niveau von 1999 aus", sagte der Geschäftsführer Verlagswirtschaft, Jörg Laskowski. Als Grund dafür nannte er neben der verhaltenen Konjunktur und stark gestiegenen Papierpreisen auch die Folgen des 630 Mark-Gesetzes, die zu erheblich gestiegenen Vertriebskosten geführt haben. Im vergangenen Jahr hatten die Zeitungsverleger von der Börsen-Hausse, dem Boom der New Economy und Firmenfusionen in der Telekommunikation und der Stromwirtschaft profitiert.

Dass sich diese Entwicklung so nicht fortsetzen werde, zeige ein Blick auf den Anzeigenverkauf im ersten Quartal, sagte BDZV-Chef Schulze. Demnach gingen die Anzeigenumfänge im Bundesdurchschnitt um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. In Westdeutschland fiel der Rückgang mit 5,3 Prozent schwächer aus als im Osten, wo das Anzeigenaufkommen im Vergleich zum Vorjahr sogar um 13,1 Prozent schrumpfte.

Auch bei bei der Auflagenentwicklung zeigt sich noch immer eine Kluft zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Bei einer Gesamtauflage von 23,94 Millionen Zeitungen war die Auflagenentwicklung im Westen fast unverändert, während sie im Osten um drei Prozent oder 125 000 Exemplare zurückging. Der Gesamtumsatz aus Anzeigen und Beilagen sowie Zeitungsvertrieb der deutschen Verlage stieg 2000 um 6,7 Prozent auf 21,1 Milliarden Mark.

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