Wirtschaft : Burkhard Dreher übt herbe Kritik an Berliner Wirtschaft

BERLIN (olm).Massive Kritik an den Wirtschaftsaktivitäten Berlins hat Brandenburgs Wirtschaftsminister Burkhard Dreher am Montag geübt.Während in Brandenburg die steigenden Zahlen der Investitionen der Beweis für eine wirtschaftliche Eigendynamik seien, vermisse er diese starken Antriebskräfte im Nachbarland.Das negative Wachstum Berlins sei kein Ansporn für die Region.Ein deutlicher Wachstumstrend in Berlin würde auch Brandenburg helfen, den Aufholprozeß seiner Wirtschaft zu beschleunigen.Derzeit sei es wohl eher so, daß die Berliner von den Brandenburger Akquisitionen profitierten, sagte Dreher.

Er beklagte, daß 1998 lediglich zwei Firmen mit 26 Arbeitsplätzen aus Berlin übergesiedelt seien.Er könne sich eine Zusammenarbeit vorstellen, die darauf hinwirke, für Firmen mit einer falschen Standortentscheidung auch einen Wechsel ins Nachbarland zu organisieren, sagte der Wirtschaftsminister.Darüber hinaus wünsche er sich eine gemeinsame Strukturpolitik aus einem Guß.Was bei der Biotechnologie, der Verkehrstechnik und dem geplanten Großflughafen bereits auf den Weg gebracht wurde, müsse auch an anderer Stelle greifen.

Um die eigenen Leistungen zu unterstreichen, verwies Dreher auf die Brandenburger Wirtschaftsdaten.Zum vierten Mal in Folge liege sein Land mit den höchsten Zuwachsraten an der Spitze aller neuen Bundesländer.Das Wachstum von 3,2 Prozent in 1998 übertreffe ebenfalls den Bundesdurchschnitt von 2,8 Prozent.Auch bei der Produktivität seien Fortschritte gemacht worden.Von 1991 bis heute habe sich die Produktion in Brandenburg verdoppelt.Gleiches gelte für den Export.Der bis November 1998 erzielte Anstieg von 10,5 Prozent auf 5,7 Mrd.DM sei ein Rekordergebnis.

Ähnlich positive Zahlen präsentierte die Wirtschaftsförderung Brandenburgs (WFB), die am Montag ihre Jahresbilanz 1998 vorlegte.Danach starteten 67 Unternehmen - nur zwei kommen aus dem Ausland - ein neues Vorhaben.Neben der Schaffung von 4787 Arbeitsplätzen waren mit den Zuwächsen Investitionen in Höhe von über zwei Mrd.DM verbunden.Wie die beiden WFB-Geschäftsführer Knut Solzbacher und Leonardo G.Noto betonten, kämen mehr als 58 Prozent der Investoren aus dem Dienstleistungsbereich.Die restlichen 42 Prozent betreffen das produzierende Gewerbe.1998 sei es gelungen, so Solzbacher, in allen Brandenburger Kreisen ein Investment zu realisieren.Zwei Drittel der Unternehmen hätten sich aber immer noch im sogenannten Speckgürtel niedergelassen.Zur Zeit bearbeiten die Wirtschaftsförderer, die mit sechs Mill.DM aus dem Brandenburger Haushalt unterstützt werden, rund 126 Projekte.

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