Wirtschaft : Bushs Steuergeschenk

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Der Vorschlag des USPräsidenten, die Dividenden-Doppelbesteuerung abzuschaffen, nimmt konkrete Formen an. Nachdem der Gedanke lange Zeit heftig umstritten war, haben die Amerikaner mit der Zeit offenbar verstanden, welche Vorteile es für die Wirtschaft bedeuten würde, wenn die Steuerbelastung des Kapitals verringert würde. Nicht nur aufstrebende Unternehmen wie Cisco oder Microsoft, auch die traditionelle verarbeitende Industrie würde davon profitieren.

Eine kürzlich von PricewaterhouseCoopers durchgeführte Studie untersuchte, wie die US-Steuergesetze den Investitionen in der holz- und papierverarbeitenden Industrie schaden, wo 1,5 Millionen Amerikaner beschäftigt sind. Die Rezession hat ihren Tribut gefordert – 88 Mühlen wurden geschlossen, 19 Prozent der Arbeitsplätze gestrichen –, aber die Industrie leidet auch unter der hohen Besteuerung von Kapital. Der Studie zufolge haben die USA unter den papierproduzierenden Ländern den höchsten Steuersatz auf Kapitalerträge und Dividendenerträge und den zweithöchsten Steuersatz auf Unternehmenserträge. Die effektive Besteuerung für eine Investition in der inländischen Papierverarbeitung beträgt 62 Prozent, womit die USA (hinter Kanada mit 64 Prozent) der weltweit ungünstigste Standort sind.

Eine Möglichkeit, diese Verhältnisse anzugehen, läge darin, die Körperschaftssteuer zu kürzen, die selbst nach einhelliger Meinung liberaler Ökonomen nur an die Arbeiter, Aktionäre oder Verbraucher weitergegeben wird. Bush hätte auch auf Unternehmensebene steuerliche Abzüge auf Dividenden vorschlagen können, wenngleich man sich vorstellen kann, welchen politischen Aufruhr das bewirkt hätte. Bushs politisch verständlicher Kompromiss bestand darin, die Streichung der Dividendenbesteuerung über individuelle Anteilseigner umzusetzen, die auch als die wachsende politische Investorenklasse gelten. Doch der wirtschaftliche Nutzen ist immer noch erheblich.

Eine Studie amerikanischer Industrieller hat unlängst ergeben, dass der Dividenden-Vorschlag in den nächsten fünf Jahren bis zu 500000 Arbeitsplätze jährlich schaffen wird. Damit ist das Argument widerlegt, eine Streichung der Dividendenbesteuerung bringe keinen unmittelbaren wirtschaftlichen „Anreiz".

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