Business by Design : SAP-Hoffnungsträger vor dem Aus

Der Software-Konzern SAP bekommt seine Probleme mit dem wichtigen Mittelstandsprogramm "Business By Design" nicht in den Griff. "Das Produkt bereitet immer noch Schwierigkeiten und hat kaum Aussicht, jemals ein tragfähiges Geschäftsmodell zu werden", heißt es aus dem Umfeld des Unternehmens.

Frankfurt am MainEs werde bereits über einen Nachfolger nachgedacht. SAP äußerte sich dazu nicht. „Wir führen wie geplant auch in 2009 unsere kontrollierte Markteinführung in Deutschland, USA, Frankreich, England, China und Indien fort“, heißt es.

Experten trauen dem nicht. Sie verweisen darauf, dass der Konzern die Kunden in Sachen „Business By Design“ (BBD) seit längerem mit vagen Aussagen hinhält. „Es ist klar, dass SAP auf der Cebit neue Features zeigt. Ich würde mich allerdings vor dem Hintergrund der Probleme nicht wundern, wenn das Unternehmen bereits parallel an einer Nachfolgelösung arbeitet“, sagt Alexander Kubsch, Analyst beim IT-Marktforscher Techconsult. Die jetzige Version sei nicht zukunftsfähig.

BBD ist die jüngste von zahlreichen Mittelstands-Initiativen der SAP, die bislang wenig Erfolg hatten. Zwar erzielt der Softwarekonzern einen signifikanten Umsatzanteil mit mittelständischen Unternehmen. Doch handelt es sich dabei vor allem um größere Firmen.

Um kleineren Unternehmen die Angst vor hohen Anfangsinvestitionen in die Software zu nehmen, hatte SAP ein komplett neues Programm entwickelt. Dies können die Kunden über das Internet nutzen – müssen es also nicht mehr auf den eigenen Rechnern installieren. Dafür hatte der Konzern in den zurückliegenden zwei Jahren 400 Millionen Euro investiert.

Bereits vor gut einem Jahr wurde klar, dass der ursprüngliche Zeitplan, mit BBD bereits Ende 2008 rund 1000 Kunden bedienen und im Jahr 2010 eine Milliarde Dollar umsetzen zu können, nicht zu halten sein würde. BBD hat gleich mehrere Probleme: Statt einfacher Installation mussten die bisherigen Versionen in teurer Zusammenarbeit mit Partnern, den Kunden und der SAP eingerichtet werden. In der Branche spricht man deshalb von „Desaster by Design“. jkn/hsn

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