Wirtschaft : Business-to-Business: Telekom schafft Internet-Marktplatz

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Die Deutsche Telekom AG, Bonn, verstärkt ihr Engagement im Bereich elektronischer Marktplätze für den Handel zwischen Unternehmen. Mit dem Start des elektronischen Marktplatzes "T-Mart" ( www.e-business.telekom.de ) für die Beschaffung von Materialien wie beispielsweise Kopierpapier, Computerzubehör, Werkzeuge und Büromöbel hat die Telekom erstmalig ein branchenübergreifendes Internetangebot im sogenannten Business-to-Business-Bereich (B2B) eröffnet. Mit dem "Chemplorer" betreibt die Telekom bereits einen Spezial-Marktplatz für die Chemieindustrie.

"Electronic Business steht bei der Telekom auf der Prioritätenliste ganz oben", sagte Telekom ProduktmarketingVorstand Detlev Buchal bei der Vorstellung des neuen Marktplatzes. Man rechne bis 2005 in Europa mit einem Volumen von 900 Milliarden Euro im digitalen Handel unter Unternehmen. Davon wolle sich die Telekom durch eigene E-Commerce-Marktplätze einen Teil sichern. Zur E-Commerce-Strategie der Telekom erklärte Buchal weiter: "Das so genannte B2C-Geschäft (Business to Consumer) mit dem Endkunden bleibt bei der Internet-Tochter T-Online, während der B2B-Bereich direkt bei der Telekom angesiedelt wird."

Vorläufig wird die Telekom vor allen Dingen über den konzerneigenen Konzerneinkauf auf der neuen Handelsplattform T-Mart für Umsätze sorgen. "Das Einkaufsvolumen der Telekom lag im letzten Jahr bei rund 21 Milliarden Mark", erklärte Telekom-Chef-Einkäufer Hans Heith. "Rund 40 Prozent davon sollen künftig über das Intranet und Internet abgewickelt werden", sagte Heith weiter. Allein bei der Telekom seien zum Start 7000 Mitarbeiter angeschlossen, die über den Marktplatz direkt Waren bestellen können. Bis zum Jahresende sollen es rund 20 000 sein.

Die Kosten eines Bestellvorgangs von bis zu 300 Mark sollen um bis zu 60 Prozent sinken. Besonders für mittelständische Unternehmen sei der neue Telekom-Marktplatz interessant, da die komplette Software für den Kauf und das Anbieten von Waren von der Telekom gemietet werden könne.

Die Kosten für einen Einkauf auf der Telekom-Plattform bezifferte Klaus März, Leiter Business Markets Multimedia, auf einen Anteil von "0,2 bis 0,5 Prozent des Umsatzes, höchstens jedoch bei 50 Euro. Der Kunde könne dafür seine Einkaufsprozesse weitgehend automatisieren. "Angebotsbeschaffung, Bestellung, Liefervereinbarungen laufen über die digitale Plattform", so März.

Die Technologie liefert der amerikanische B2B-Softwarespezialist Commerce One. Die Telekom will außerdem mit einem Internetversteigerer kooperieren. Heith kündigte an, dass die Telekom über T-Mart Aufträge in dreistelliger Millionenhöhe ausschreiben werde. Künftig soll T-Mart auch Auktionen und Ausschreibungen anbieten. Ebenso sind Services in den Bereichen Finanzen, Logistik und Geschäftsreisen geplant.

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