Wirtschaft : C & A: Wir haben unsere Kunden nicht getäuscht

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Die Rabattaktion der Bekleidungskette C & A hat am Wochenende erneut für Streit gesorgt. Das Unternehmen dementierte einen Bericht des "Spiegel", nach dem C & A die Preise im Vorfeld absichtlich erhöht habe, um sie dann Anfang des Jahres publikumswirksam zu senken. Kunden hätten unter dem Preisschild der vermeintlich billigen Ware noch einen günstigeren Preis entdeckt, berichtete das Magazin unter Berufung auf den Geschäftsführer der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs, Reiner Münker.

C & A-Chef Dominic Brenninkmeyer setzte sich am Sonntag gegen diese Vorwürfe heftig zur Wehr und sagte, sein Unternehmen werde es "nicht kampflos hinnehmen", dass mit "nachweislich falschen Anschuldigungen" versucht werde, das Vertrauen der Kunden zu erschüttern. Am Mittwoch will das Familienunternehmen vor die Presse treten und die Anschuldigungen entkräften.

Die Wettbewerbszentrale, die C & A wegen der 20-prozentigen Rabattaktion in der Euro-Einführungswoche vor Gericht verklagt hatte, hatte berichtet, ein Hamburger Kunde habe bei einer mit 55 Mark ausgezeichneten Hose, für die er nach Abzug des Rabatts 44 Mark gezahlt habe, noch eine ältere Preisangabe gefunden. Diese habe auf 44,90 Mark gelautet. Das, so Münker, sei kein Einzelfall. Viele C & A-Kunden hätten unter dem Preisschild noch einen günstigeren Preis entdeckt.

Mit Verbrauchertäuschung hätten diese Preisdifferenzen nichts zu tun, betonte C & A. Vielmehr habe der Konzern im vergangenen Sommer für sein gesamtes Standardsortiment neue Preise festgelegt. Nicht zuletzt im Hinblick auf die Euro-Umstellung wurden dabei für cirka 28 Millionen Artikel neue Preise festgelegt - teils höhere, teils niedrigere. Das Preisniveau, so beteuerte der Bekleidungshändler, sei jedoch insgesamt seit dem Jahr 2000 unverändert geblieben. Die im "Spiegel"-Bericht erwähnten Preisauszeichnungen stammten "nachweislich aus dieser Zeit". Die Idee für die Rabattaktion - C & A hatte zunächst nur Kartenzahlern, dann aber allen Kunden vier Tage lang einen 20-prozentigen Preisabschlag auf alle Waren gewährt - sei erst sehr viel später, nämlich im November 2001 entstanden.

"Es war uns klar, dass es nach dem Erfolg unserer Rabattaktion auch Versuche geben würde, uns Essig in den Wein zu gießen", kritisierte Brenninkmeyer die Wettbewerbszentrale. Bedenklich sei auch, dass diese ohne Vorklärung voreilig Stellung gegen das Unternehmen bezogen habe. Weitere Rabattaktionen sind bei C & A nicht geplant. Dies liege aber nicht an den jüngsten Erfahrungen, sondern daran, dass das Unternehmen eigentlich keine Rabatte gebe, sagte C & A-Sprecher Thorsten Rolfes auf Anfrage. "Wir sind ein Best-Price-Haus". Statt einzelner Nachlässe biete man den Kunden lieber ein einheitlich niedriges Preisniveau.

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