Wirtschaft : C & N: Touristikunternehmen profitiert von anhaltender Reiselust

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Trotz der gedämpften Konjunkturaussichten erwartet das Reiseunternehmen C & N Touristic wieder ein gutes Jahr. Offenbar verzichten die Deutschen auch 2001 nicht auf ihr liebstes Hobby, das Reisen in alle Welt. Von November bis Januar, in den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres, kletterte der Umsatz des Tochterunternehmens von Lufthansa und Karstadt-Quelle um zehn Prozent auf 1,5 Milliarden Mark. Für das gesamte Jahr erwartet Vorstandschef Stefan Pichler ein vergleichbares Plus. Auch der Gewinn soll um zehn Prozent zulegen. "Die aktuelle Buchungslage gibt uns Anlass zu Optimismus", sagte Pichler auf der Bilanzpressekonferenz.

Zu C & N gehören unter anderem Terramar, Neckermann, Kreuzer und der Ferienflieger Condor. Einen zusätzlichen Schub für das Geschäft erwartet Pichler durch den britischen Reiseveranstalter Thomas Cook, den C & N im November für rund 1,8 Milliarden Mark übernommen hat. Damit ist C & N mit über 15 Millionen Gästen und rund 28 000 Mitarbeitern Nummer zwei unter den europäischen Touristikkonzernen und das drittgrößte Reiseunternehmen der Welt. Im laufenden Jahr sollen die Integration von Thomas Cook sowie des französischen Reiseveranstalters Havas Voyages vorangetrieben und einzelne Veranstaltermarken europaweit ausgerichtet werden. Bis 2005 will Vorstandschef Pichler Kosteneinsparungen von rund 25 Millionen Euro pro Jahr umsetzen. Dazu würden sich noch Ertragssynergien gesellen, die aber heute noch nicht beziffert werden könnten. In vier bis fünf Jahren will C & N eine Umsatzrendite von fünf Prozent erreichen, derzeit liegt sie bei 3,4 Prozent. Die Eigenkapitalrendite soll von 15,7 auf 20 Prozent steigen.

Weitere Übernahmen plant C & N nach den Worten Pichlers derzeit nicht. Dennoch bleibe man mit anderen Unternehmen im Gespräch. Mit der Integration von Thomas Cook habe man erst einmal genug zu tun. Auch ein Börsengang ist kein Thema, nicht einmal einen Termin hat Pichler im Auge. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000, das Ende Oktober abgeschlossen wurde, konnte C&N den Umsatz um 7,3 Prozent auf 9,8 Milliarden Mark steigern. Das Betriebsergebnis kletterte um 17 Prozent auf 332,5 Millionen Mark. Höhere Überweisungen an den Fiskus führten allerdings dazu, dass der Gewinn nach Steuern um zehn Prozent auf 109 Millionen Mark zurückging.

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