Wirtschaft : Call-by-Call: Ab Dezember auch im Ortsnetz

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Ab Dezember haben Telefonkunden in Deutschland bei Ortsgesprächen die freie Wahl. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch Call-by-Call-Gespräche auch im Ortsnetz einzuführen. Call-by-Call bedeutet, dass der Kunde vor jedem Gespräch neu entscheiden kann, über welchen Anbieter er telefonieren will. Dazu muss er nur eine fünf- bis siebenstellige Anbieterkennzahl vorwegwählen. Die Liberalisierung der Ortsnetze muss noch von Bundestag und Bundesrat gebilligt werden. Die EU-Kommission hatte die EU-Staaten verpflichtet, bis spätestens Dezember Call-by-Call auch im Ortsnetz zuzulassen. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller nannte die Änderung einen wichtigen Schritt für mehr Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt. "Die Verbraucher kennen und nutzen Call-by-Call schon heute bei Fern- und Auslandsverbindungen und profitieren von der größeren Anbietervielfalt und sinkenden Preisen", sagte Müller. So werde das auch im Ortsnetz sein. Hier hat die Deutsche Telekom immer noch einen Marktanteil von 97 Prozent. Die Call-by-Call-Pläne stoßen aber nicht nur bei der Telekom auf Widerstand. Auch einige neue Ortsnetzbetreiber protestieren. Sie fürchten, dass ihre hohen Investitionen durch die Konkurrenz von Call-by-Call-Anbietern in Gefahr geraten könnten.

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