Wirtschaft : Cargolifter hofft auf Geld der Aktionäre

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Die finanziell angeschlagene Cargolifter AG will den Aktionären auf der Hauptversammlung am 16. März ein "Bündel von Kapitalmaßnahmen" vorschlagen, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Das kündigte Finanzvorstand Karl Bangert am Donnerstag in einer Mitteilung an. Ob bis dahin auch, wie zuvor angekündigt, ein neuer Investor präsentiert wird, ließ Bangert offen. Die Aktionäre zeigten sich noch misstrauisch: Der Aktienkurs des im M-Dax notierten Unternehmens brach zeitweise um mehr als sechs Prozent auf 3,23 Euro ein.

Der Luftschiffbauer Cargolifter mit Sitz im brandenburgischen Brandt hatte im Januar erstmals zugegeben, dass es ohne öffentliche Förderung nicht über die Runden kommt. Daraufhin war die Aktie um zeitweise mehr als 60 Prozent abgesackt. Bis dahin hatten private Unternehmen bereits über 300 Millionen Euro in das Projekt gesteckt. Diese Mittel reichten noch etwas über das erste Quartal hinaus, hatte Unternehmenschef Karl von Gablenz gesagt - und gleichzeitig Anspruch auf 300 Millionen staatliche Fördermittel erhoben. Bis spätestens zur Hauptversammlung am 16. März, sagte von Gablenz, werde man außerdem einen neuen Investor präsentieren.

Cargolifter entwickelt das weltweit größte Transport-Luftschiff für Schwerlasten. Das Unternehmen ist neben der geplanten Chipfabrik in Frankfurt (Oder) eines der Vorzeigeprojekte im wirtschaftlich mäßig erfolgreichen Brandenburg. Darum hängt auch politisch viel von der Rettung des Konzerns ab, zumal im Wahljahr. Bis zur geplanten Marktreife muss Cargolifter noch ein paar Jahre überstehen: erst 2004/2005 soll das Luftschiff serienmäßig fliegen.

Finanzchef Bangert zeigte sich am Donnerstag zwar zuversichtlich, dass die finanzielle Rettung des wankenden Luftschiffs gelingt, blieb aber bei vagen Formulierungen. "Die noch zu realisierende Finanzierung plant das Unternehmen durch die Beteiligung strategischer Investoren, aus öffentlicher Förderung, durch Kredite, durch sonstige Kapitalmaßnahmen oder durch eine Kombination aus diesen Möglichkeiten zusammenzuführen", sagte er.

Zu den geplanten Kapitalmaßnahmen zählt eine Verdoppelung des Grundkapitals, die Schaffung von genehmigtem Kapital durch die Aktionäre und die Ausgabe einer Wandel- oder Optionsschuldverschreibung ( siehe Lexikon ). "Die vorgeschlagenen Kapitalmaßnahmen geben uns den erforderlichen Handlungsspielraum, um die Finanzierung des Unternehmens weitgehend zu sichern", sagte Bangert.

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