Wirtschaft : Cargolifter im Aufschwung

BERLIN (du).Voraussichtlich noch in dieser Woche soll der 135 Mill.DM-Auftrag für den Bau einer gigantischen Konstruktionshalle auf dem ehemaligen Militärflugplatz Brand rund 60 Kilometer südöstlich Berlins erteilt werden.Als Konversionsprojekt zur Hälfte aus Mitteln des Landes Brandenburg gefördert, wird den Zuschlag ein noch nicht näher bezeichnetes Bieterkonsortium erhalten, sagte der Vorstandschef der Cargolifter AG, Carl von Gablenz, am Dienstagabend bei einer Veranstaltung des Siemens-Forums.Hier soll der Prototyp einer neuen Luftschiffgeneration entstehen und im Jahr 2002 seinen Flugbetrieb aufnehmen.Beim gutbesuchten zweiten Gründergespräch, vom Siemens-Forum gemeinsam mit dem Berliner Existenzgründer-Institut veranstaltet, zeichnete von Gablenz nach, wie binnen eines Jahrzehntes aus einer Initiative die Serienreife eines ebenso alternativen wie innovativen Verkehrsträgerckentstehen soll.1994 war bei Diskussionen über die Transportprobleme mit zehn Herstellern von Großgeräten die Idee eines fliegenden Krans entstanden, der Extremlasten am Werk aufnehmen, über bis zu 10 000 Kilometer transportieren und mit einem patentierten Absetzsystem exakt am Bestimmungsort positionieren kann.Maximal 160 Tonnen wird der Prototyp liften können, Folgemodelle bis zu 400 Tonnen.

Die 1996 erfolgte Gründung einer Aktiengesellschaft nennt der Vorstandschef eine "innovative Alternative" zur klassischen GmbH.Am Gründungskapital von 500 000 DM beteiligten sich Großunternehmen wie ABB und Siemens mit jeweils zehn Prozent.Aus 93 Gründungsaktionären sind binnen zwei Jahren 4200 geworden, das Kapital ist auf 80 Mill.DM gestiegen.Die Fünf-Mark-Aktie wird heute für 40 DM gehandelt, für das kommende Jahr ist der Gang an die Börse geplant.Rund 40 Mitarbeiter sind zur Zeit beschäftigt, mit steigender Tendenz.Bis zur Serienreife des 242 Meter langen Luftschiffes, dem 450 000 Kubikmeter unbrennbares Heliumgas zum Auftrieb verhelfen, schätzt von Gablenz den Finanzbedarf auf rund 1 Mrd.DM.Eine Summe, die er im Vergleich zu den Kosten der geplanten Transrapid-Trasse zwischen Berlin und Hamburg als "kein schlechtes Investment" bezeichnet.Immerhin ist sein Projekt bis auf "erste Nachahmer auf kleinem Level" weltweit ohne Konkurrenz.

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