Casdorffs Agenda : Die FDP und die Mitte-Links-Wähler

Die Liberalen überholen die Grünen in den Umfragen. Ein Grund dafür ist die politische Heimatsuche einer ganzen Wählerschicht.

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Ein Wahlberechtigter sitzt in einem Wahllokal in Berlin in einer Wahlkabine und füllt seinen Wahlzettel aus.
Ein Wahlberechtigter sitzt in einem Wahllokal in Berlin in einer Wahlkabine und füllt seinen Wahlzettel aus.Foto: Wolfgang Kumm dpa/lbn

Es gibt ein Thema, das die Neuer Zürcher Zeitung entdeckt hat, aber das Phänomen haben wir so ähnlich auch in Deutschland: die (politische) Heimatsuche von Mitte-Links-Wählern. Um wen geht es? Um die, die den urbanen Lebensstil genießen. Gut ausgebildet, genügend verdienend, unterstützen sie grundsätzlich die freie Marktwirtschaft, aber ohne Scheu vor staatlichen Interventionen. Sie sind für einen gut ausgestatteten Sozialstaat, der aber nicht jeden Bereich des Lebens abdecken soll.

Ökologisch und gesellschaftsliberal, außenpolitisch gegen Abschottung. Materielle Werte sind für sie weniger zentral als postmaterielle. Es geht um eine gute Work-Life-Balance. Sie sind pragmatisch und unideologisch. Aus der Kirche sind sie schon lange ausgetreten. In ihrem Selbstverständnis sind sie "progressiv". So beschreibt sie, wie gesagt, die NZZ. Und so waren früher hierzulande die Wähler der - genau, der FDP! Übrigens, in der jüngsten Umfrage kommen die Liberalen auf 7,5 Prozent. Und die Grünen nur noch auf 6,5.

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