• CD-Fabrikant Pilz wegen Betrugs zu sieben Jahren Strafe verurteilt Gericht entscheidet im größten Thüringer Wirtschaftsprozess

Wirtschaft : CD-Fabrikant Pilz wegen Betrugs zu sieben Jahren Strafe verurteilt Gericht entscheidet im größten Thüringer Wirtschaftsprozess

-

(dpa). Im größten Thüringer Wirtschaftsprozess ist der ehemalige CDFabrikant Reiner Pilz wegen Betrugs zu einer Gesamtstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. In das Urteil des Landgerichts Mühlhausen vom Montag ging eine Verurteilung zu sechs Jahren aus einem früheren Verfahren ein. Sein mitangeklagter Berater wurde frei gesprochen.

Die Staatsanwaltschaft hatte Pilz vorgeworfen, Fördermittel im Zusammenhang mit dem Bau eines CD-Werkes in Suhl-Albrechts veruntreut zu haben. Das noch mit dem DDR-Kombinat Robotron vereinbarte Projekt gilt als erstes deutsch-deutsches Joint Venture. Der Prozess gegen den ehemaligen Unternehmer hatte vor vier Jahren in Mühlhausen begonnen. Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die neun Jahre und zehn Monate für Pilz beantragt hatte sowie ein Jahr für den Steuerberater. Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch plädiert.

Zunächst war offen, ob Pilz nun erneut ins Gefängnis muss. Von dem Urteil des Landgerichts Landshut hat er inzwischen fast viereinhalb Jahre verbüßt. Im Juli 2002 war er vorzeitig entlassen worden.

Für Aufsehen hatte in dem Prozess im Sommer 2000 die Anordnung des Gerichts zur Durchsuchung der Erfurter Staatskanzlei gesorgt. Dabei waren Akten beschlagnahmt worden, weil die Wirtschaftsstrafkammer nach Hinweisen suchte, ob die thüringische Landesregierung möglicherweise frühzeitig über die falsche Verwendung von Fördermitteln informiert war. Die Staatskanzlei ließ die Akten daraufhin sperren.

0 Kommentare

Neuester Kommentar