Wirtschaft : CeBIT 2001: Fit strampeln für die Generation UMTS

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Der Messestand ist eine 1200 Quadratmeter große Baustelle. Einige Mitarbeiter tragen Schutzhelme. Gefahr von herabstürzenden Baumaterialien droht auf der Cebit jedoch nicht. Das Telekommunikationsunternehmen Mobilcom will nur zeigen, dass es bereits kräftig am Aufbau seines UMTS-Netzes arbeitet. Bereits Mitte 2002 will das Unternehmen vor allen anderen Anbietern sein UMTS-Netz in Betrieb nehmen. "Ein ambitioniertes Ziel", sagt Mobilcoms UMTS-Projektmanager Alexander Rochlitz.

Um die Kunden für die neuen mobilen Multimedia-Dienste fit zu machen, hat Mobilcom auf der Cebit einen Parcours aufgebaut. Nur wer mobil ist und auf den Sportgeräten in die Pedalen tritt oder kräftig rudert, erfährt an der ersten Station etwas über die neuen ortsbezogenen Dienste. Das Handy ermittelt den Standort des Nutzers und kann ihm dann Informationen über seinen Aufenthaltsort und darüber geben, wo sich etwa das nächste Restaurant befindet - und ihn dahin navigieren. An der zweiten von fünf Stationen kann der Besucher das mobile Einkaufen erproben: Die Bestellung wird am Bildschirm eingegeben und auch gleich ausgeliefert. Wer alle Stationen bestanden hat, erhält am Ende von Mobilcom den Fitness-Pass für die mobile Multimediawelt. "Immerhin ist die Präsentation nicht so langweilig wie auf den anderen Ständen", sagt ein Besucher, der den Parcours absolviert hat. Doch was Einblick in diese neue Welt geben soll, ist in Wahrheit nicht mobil, sondern verkabelt. Die neuen Anwendungen kann Mobilcom bisher nur mit herkömmlicher Technik zeigen. Allein die Telekom-Tochter T-Mobil hat auf der Cebit eigens eine UMTS-Basisstation errichtet.

Gerade einmal zwei UMTS-Netzwerkkarten stehen zur Verfügung, um eine UMTS-Anwendung zu zeigen: eine Videokonferenz. Sprache und Bilder werden von einem Notebook zum anderen übertragen - allerdings bisher nur mit ISDN-Geschwindigkeit. "Wir wollen nicht die Technik präsentieren, sondern das, was man damit machen kann", heißt es bei Mobilcom.

Doch zuvor muss das Netz stehen. Bei der Cebit-Eröffnung ist Bundeskanzler Schröder den sechs UMTS-Netzbetreibern entgegen gekommen: Wenn Kostenvorteile durch Kooperationen zu erzielen seien, dann sollten sie auch genutzt werden. Das sei man den Investoren schuldig, die ja knapp 100 Milliarden Mark allein für die Lizenzen ausgegeben haben. Über die Aussage des Bundeskanzlers freute sich Mobilcom-Chef Gerhard Schmid jedoch nicht. "Ich finde das sehr bedenklich, wenn im Nachhinein die Ausschreibungsbedingungen geändert werden", sagte Schmid. Immerhin hätten Mobilcom und die anderen Unternehmen auf dieser Grundlage die hohen Lizenskosten aufgebracht.

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