Wirtschaft : Cebit Home braucht Starthilfe

HANNOVER .Die zweite Multimedia-Messe Cebit Home in Hannover kommt nur schleppend in Gang.Zum Auftakt am Mittwoch äußerte sich der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) enttäuscht über mangelndes Besucherinteresse.ZVEI-Sprecher Gotthard Graß sagte, nach Einschätzung des Verbandes fehlten bislang vor allem die Einkäufer des Handels.Die Cebit Home war aus der weltgrößten Computermesse Cebit ausgegliedert worden, weil diese an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen war.

Bereits im Vorfeld hatten sich verschiedene Verbände skeptisch zum Erfolg der vor zwei Jahren erstmals veranstalteten Messe gezeigt.Zahlreiche wichtige Unternehmen der Branchen Telekommunikation und Unterhaltungselektronik sind nicht vertreten.Die Messe AG zeigte sich aber optimistisch, bis Sonntag die erwartete Zahl von 200 000 (1996: 210 000) Besuchern zu erreichen.Insgesamt zeigen rund 580 (632) Aussteller Trends rund um Computer und Multimedia.Eines der beherrschenden Themen am ersten Messetag war die Telekommunikation.Die drei Anbieter Telekom, Mannesmann Arcor und Viag Intercom setzen beim Kampf um die Kunden auf eine immer stärkere Verknüpfung von Online, Festnetz und Mobilfunk.So kündigten Mannesmann Arcor und Viag-Intercom neue Online-Zugänge an.Die Telekom will Kunden mit günstigeren Tarifen für ausgewählte Rufnummern sowohl im Mobilfunk- als auch im Festnetz gewinnen.

In Form dreier Notebooks brachte Sony nach den Worten des Konzern-Vizepräsidents Kunitake Ando eine "Revolution" mit nach Hannover.Die neue "Vaio"-Computerfamilie mit dem 2,4 Zentimeter hohen und knapp einem Kilogramm schweren Flaggschiff 505G soll nach dem Willen der Japaner zum Trendsetter im PC-Markt werden.Sony hat in das Gerät ein neues Speichermedium (Memory Stick) und eine neue Verbindung zu digitalen Geräten (i.Link) eingebettet.



Kurzmeldungen



Sony im deutschen PC-Markt

Der japanische Elektronikkonzern Sony steigt noch in diesem Jahr in den deutschen PC-Markt ein.Mit neuen Notebooks will Sony helfen, die Hemmschwelle zu überwinden, die immer noch 70 Prozent der Bevölkerung von der Anschaffung eines Computers abhält.Bei der Vorstellung der Notebook-Serie Vaio sagte Deutschland-Geschäftsführer Karl Pohler, der Personalcomputer sei in seiner jetzigen Form zu schwierig zu bedienen und biete zu wenig.(AP)

Neue Dienste fürs Internet

Die Telekom-Konkurrenten VIAG Interkom und Mannesmann Arcor haben auf der Cebit Home neue Pauschal-Tarife für den Zugang zum Internet vorgestellt.VIAG Interkom bringt im Oktober 1998 mit "Planet-Interkom" einen Dienst für Privatkunden auf den Markt, der für zehn Pfennig pro Minute einen Zugang zum Internet ermöglicht.Der Preis enthalte die Telefongebühren.Der Internet-Zugang mit Acors "Internet by Call" ist von sofort an verfügbar.Er kostet zwischen 09.00 und 18.00 Uhr 16 Pfennige pro Minute inklusive aller anfallenden Nutzungs- und Telefongebühren, in der übrigen Zeit zwölf Pfennig.Jede Einwahl kostet zudem sechs Pfennig.

Verdoppelter Wortschatz

Mit einer verbesserten Ausgabe seiner Spracherkennungstechnik will IBM Tastatur und Maus überflüssig machen.Diktate und Befehle an den Computer könnten mit der neuen Software ViaVoice 98 mit natürlicher Stimme eingegeben werden, sagte IBM-Managerin Anita Frisemo auf der Cebit Home.IBM zeigt auf seinem Stand einen sprachgesteuerten Getränkeautomaten.ViaVoice 98 beherrsche nun einen Wortschatz von 128 000 Wörtern, doppelt so viel wie in der alten Version.Bei der Spracheingabe wird der Kontext geprüft, um etwa "mehr" und "Meer" auseinanderzuhalten.(AP)

Online-Spiele immer beliebter

Immer mehr PC-Anwender spielen offenbar lieber gegen andere Internetnutzer als gegen ihren PC: Online-Spiele liegen auf der Cebit Home voll im Trend.Der sogenannte Multiplayer-Modus, bei dem eine begrenzte Anzahl von miteinander vernetzten Mitspielern gegeneinander antritt, gehört bereits zur Grundausstattung anspruchsvoller Spiele.Dies gilt auch für Sportsimulationen wie "Grand Prix 1998" von Midas Interactive oder "Need for Speed" von Electronic Arts.Laut Messeleitung werden derzeit 100 Internet-Spiele entwickelt.(AP)

Digitale Autoradios

Autoradios zum Empfang von digitalem Rundfunk nach dem Sendestandard Digital Radio Broadcasting (DAB) werden nach der Cebit Home im September im Handel erhältlich sein.DAB soll in mehreren Bundesländern Anfang des kommenden Jahres beginnen.Nach Angaben des Geschäftsführers der Bosch Multimedia GmbH, Hamed Amor, werden die Empfangsgeräte zwischen 800 und 2000 DM kosten.Die meisten Geräte bestehen aus einer Zusatzbox, um bisherige Autoradios nachzurüsten.Damit kann neben dem analogen Rundfunk auch der digitale Rundfunk empfangen werden.(AFP)

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