Wirtschaft : Cebit: Microsoft und Telekom rüsten Handys auf

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Der weltweit größte Software-Konzern Microsoft hat auf der Cebit Kooperationen mit der Deutschen Telekom und dem deutschen Software-Konzern SAP angekündigt. Mit der Telekom will Microsoft insbesondere im Bereich der mobilen Datenkommunikation zusammenarbeiten und neue Anwendungen für das UMTS-Zeitalter entwickeln. Der auf Software für betriebswirtschaftliche Abläufe spezialisierte SAP-Konzern werde in Zukunft die Dotnet-Plattform unterstützen, sagte Microsoft-Chef Steve Ballmer. Mit der Kooperation geht Microsoft einen weiteren Schritt in seiner Strategie, seine Produkte "überall und auf jedem Gerät" anzubieten. Damit will Microsoft unabhängiger von seinen Hauptumsatzträgern werden, den Windows-Betriebssystemen und den Office-Produkten. Ziel der zu einer strategischen Partnerschaft aufgewerteten Zusammenarbeit sei es, gemeinsam anspruchsvolle mobile Anwendungen zu entwickeln und die Kunden so auf UMTS vorzubereiten, sagte Telekom-Chef Ron Sommer, der überraschend gemeinsam mit Steve Ballmer vor die Presse trat.

In einem ersten Schritt bieten die Unternehmen Lösungen für Geschäftskunden an. Ein erstes Produkt ermögliche es, mit Handys, Organizern oder Laptop von jedem Ort auf das interne Firmennetz zuzugreifen. Voraussetzung: die Minicomputer sind mit der schnellen Übertragungstechnik GPRS ausgestattet. Über die Oberfläche der Geräte könne dann auch das weit verbreitete E-Mail-System Outlook von Microsoft verwendet werden, sagte Sommer. Ein weiteres Feld der Zusammenarbeit ist die Entwicklung und Vermarktung sogenannter Web-Services. Sie ermöglichen die Nutzung von Software-Anwendungen über das Internet.

Die mobile Datenkommunikation werde in der Strategie von Microsoft eine immer stärkere Rolle spielen, sagte Ballmer. Die Basis für die weitere Expansion in diesem Markt ist Microsofts Betriebssystem Pocket PC, das auf Organizern und Minicomputern läuft. Es zeichnet sich ab, dass Microsoft den bisherigen Marktführer Palm bald von der Spitze verdrängen wird. Mobile Geräte sollen nach Aussage Ballmers in Zukunft auch in die Haushalte Einzug halten. Er präsentierte flache Mobilcomputer, mit denen Multimediabegeisterte von jedem Raum in einem Haus auf das Betriebssystem Windows XP und das Internet zugreifen können. Bei der Enwicklung dieser Monitore arbeitet Microsoft in Zukunft mit Philips, LG Electronics und dem taiwanesischen Hardware-Hersteller Tatung zusammen.

Die Kooperation mit SAP ist nur auf das Geschäft mit Unternehmen ausgerichtet. SAP wird in Zukunft die Dotnet-Plattform von Microsoft unterstützen. Auf der Basis von Dotnet können Programmierer Software-Anwendungen entwickeln. Beide Software-Konzerne haben sich damit wieder zu einer Kooperation zusammengerauft. Die Unternehmen steuerten auf eine Konfrontation zu, da sich Microsoft auch die zahlungskräftigen Business-Kunden für sich entdeckte und im Revier von SAP wilderte. SAP dagegen verfolgte das Ziel, auch die Benutzeroberfläche der Computer beherrschen zu wollen - eine Domäne von Microsoft.

SAP wird aber nicht alleine Dotnet unterstützen, sondern auch das konkurrierende Produkt IBM Websphere. SAP verfolge das Ziel, mit seinen Produkten einen offenen Standard zu schaffen, sagte Henning Kagermann, Vorstandssprecher von SAP. Gleichzeitig kündigte SAP eine weltweite Initiative für den Mittelstand an. Bisher gilt die SAP-Software als zu anspruchsvoll und teuer für kleinere Unternehmen. Für mittelständische Kunden kaufte SAP das israelische Softwarehaus Topmanage, dass ein entsprechendes Software-Paket entwickelt und bisher an über 1000 Kunden verkauft hat. Ziel von SAP ist es laut Kagermann, in drei Jahren im Mittelstand zwischen 15 und 20 Prozent seines Umsatzes zu machen.

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