Wirtschaft : CFF-Gruppe sichert Liquidität bei der Euro Waste Service

DÜSSELDORF (agr/HB). Über die Zukunft der durch betrügerische Machenschaften in die Krise geratenen Euro Waste Service AG (EWS), Duisburg, ist eine Vorentscheidung gefallen. Wie das Handelsblatt erfahren hat, wird die französische Entsorgungsgruppe Compagnie Française de Ferraille S.A. (CFF), Paris, bis zum 31. Juli die Liquidität der EWS-Gruppe sicherstellen und als Feuerwehr einspringen. Dies ist das Ergebnis einer Gläubigerversammlung, die am vergangenen Donnerstag stattgefunden hat. Zur EWS gehören die drei am Geregelten Markt notierten Firmen Sero Entsorgung AG, Berlin, Lösch AG und B.U.S. Berzelius AG, beide Duisburg. Mit der Entscheidung der Gläubigerversammlung dürften die Franzosen die besten Karten im Übernahmepoker um die EWS-Gruppe haben. Neben der CFF hat auch die RWE Umwelt AG, Essen, ein Konzept zur Fortführung der EWS vorgelegt, das aber im Gegensatz zu dem der Franzosen eine Zerlegung der EWS und nur die Übernahme von Teilbereichen vorsehen soll. Eine endgültige Entscheidung wird für den 31. Juli erwartet. Die CFF erzielte 1997/98 (30. September) einen Umsatz von 5,2 (4,6) Mrd. Franc und einen Gewinn von 43 (27) Mill. Franc. Der EWS-Umsatz dürfte nach Abzug von Luftbuchungen bei 1,5 Mrd. DM liegen.

EWS-Vorstandsvorsitzender Günter Okon erklärte indessen lediglich, daß die Rettungsbemühungen auf sehr gutem Wege seien. Die Verhandlungen über den Verkauf der EWS werden von dem Generalbevollmächtigten Ludwig Poullain, dem ehemaligen Chef der Westdeutschen Landesbank (WestLB), geführt. Er verwaltet als Treuhänder 80 Prozent der Anteile an der EWS-Gruppe, die den noch in Untersuchungshaft sitzenden Firmengründern, Dieter und Johannes Löbbert, gehören.

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