Wirtschaft : Chance für Koizumi

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Beweist Koizumi Stärke? Bei Japans Oberhauswahlen am vergangenen Sonntag musste die Regierungskoalition unter Ministerpräsident Junichiro Koizumi einen Dämpfer hinnehmen. Die Japaner sind zunehmend verunsichert, wofür ihr Regierungschef steht, obwohl er sich während der vergangenen drei Jahre immer wieder als starker Mann gezeigt hat. In der Wirtschaftspolitik hat der Regierungschef zwar Erfolge vorzuweisen – so gelang es mit Hilfe des Wirtschafts und Finanzministers Heizo Takenaka, Japans Bankenkrise zu lindern –, doch eine halbherzig eingeleitete Reform des Rentensystems erwies sich als unpopulär und eine Restrukturierung des japanischen Postwesens ist überfällig. Viele Japaner sind sich bis heute nicht im Klaren darüber, was seine Reformpläne bedeuten. Wenn Junichiro Koizumi es ernst meint mit den Reformen, dann könnte er jetzt die beste Gelegenheit haben: Seine Amtszeit als Premierminister endet 2006, weitere Wahlen hat er nicht zu bestehen. Damit muss er sich auch nicht auf innerparteiliche Zugeständnisse einlassen, um an der Macht zu bleiben. Wenn Koizumi ein wahrer Reformer aus tiefstem Herzen ist, dann hat er jetzt die Chance, dem Volk zu zeigen, aus welchem Holz er geschnitzt ist.

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