Wirtschaft : Chef der WestLB vor Ablösung Bafin-Bericht stellt Managementfehler fest

Düsseldorf - Dem Vorstandschef der Düsseldorfer WestLB, Thomas Fischer, droht die Ablösung. Für Donnerstag hat Aufsichtsratschef Rolf Gerlach eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. „Die Luft wird da bleihaltig für Fischer“, sagte ein Aufsichtsratsmitglied. Ein anderer Insider sagte, es werde auch für andere Vorstände eng.

Anlass ist nach Tagesspiegel-Informationen ein Zwischenbericht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) im Zusammenhang mit den Millionenverlusten der Bank im Aktienhandel. In dem Bericht, der auf Ergebnissen der beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG beruht, werfen die Prüfer dem Management der Bank vor, den Aufsichtsrat unzureichend informiert zu haben. Von gravierenden Fehlern ist die Rede. Bafin-Chef Jochen Sanio habe deshalb auf die Aufsichtsratssitzung gedrungen.

Den Beteiligten ist der Bericht zu Wochenbeginn zugegangen. Die Prüfer listen darin etliche Ungereimtheiten rings um den Eigenhandel der Bank auf. Aktienspekulationen mit Vorzugs- und Stammaktien hatten die West LB im ersten Halbjahr mindestens 240 Millionen Euro gekostet. Bankchef Fischer hatte immer betont, sein Geldhaus sei Opfer von kriminellen Machenschaften geworden. Der Bericht legt dagegen Schwachstellen offen. Das Management habe versagt, der Aufsichtsrat sei zudem offenbar gezielt unvollständig über die Vorgänge informiert worden – ein entsprechender Bericht wurde um einige Seiten verkürzt. Dafür, so heißt es im Aufsichtsrat, werde sich auch die Staatsanwaltschaft interessieren, die ohnehin wegen des Verdachtes der Untreue ermittelt. WestLB und Bafin wollten die Informationen am Dienstag nicht kommentieren.jz/stek

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