Chemie : BASF kann Engelhard übernehmen

Der Chemiekonzern BASF kann nach langem Kampf den US-Katalysator-Spezialisten Engelhard übernehmen. Wie BASF mitteilte, wird Engelhard seinen Aktionären die Annahme des BASF- Angebots von 39 Dollar je Aktie empfehlen.

Ludwigshafen - Der weltgrößte Chemiekonzern BASF steht bei der größten Übernahme seiner Geschichte kurz vor dem Ziel: Der amerikanische Katalysatoren-Spezialist Engelhard akzeptierte nach monatelangem Widerstand das fünf Milliarden Dollar schwere Angebot. Engelhard werde seinen Aktionären empfehlen, die BASF-Offerte über 39 US-Dollar je Anteil anzunehmen, teilte BASF am Dienstag in Ludwigshafen mit. Die Übernahme hätte damit ein Volumen von 5,1 Milliarden Dollar (3,9 Mrd Euro). Laut BASF entstünde ein weltweit führender Katalysatorenhersteller.

BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht freute sich über die Abmachung. "Dies ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Akquisition von Engelhard", sagte Hambrecht. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Engelhard-Aktionäre nun ihre Anteile zum Kauf anbieten werden.

Der Chef des US-Konzerns, Barry W. Perry, betonte, die Vereinbarung ebne den Weg für eine "ordentliche und kooperative Transaktion". Das Barangebot der BASF läuft bis kommenden Montag (24 Uhr Ortszeit New York). Voraussetzung für eine erfolgreiche Übernahme ist, dass BASF mindestens 50 Prozent der Anteilsscheine angeboten werden.

Der Engelhard-Verwaltungsrat, der das BASF-Werben als feindlich eingestuft und noch Anfang Mai vehement zurückgewiesen hatte, sprach sich nun einstimmig für die Annahme der Offerte aus. Das Angebot von 39 Dollar biete den Aktionären einen "fairen Wert". Gleichzeitig zog Engelhard das Angebot zurück, rund 20 Prozent der eigenen Aktien zu 45 Dollar je Stück zurückzukaufen. Mit diesem milliardenschweren Schritt sollte BASF noch vor kurzem abgeblockt werden. Die BASF-Aktie reagierte kaum auf die Einigung und lag am Nachmittag in einem schwachen Marktumfeld rund 1,2 Prozent im Minus.

Das erste Angebot hatte BASF Anfang Januar vorgelegt. Die Offerte über 37 Dollar je Aktie hatte das US-Management jedoch als zu niedrig gewertet und auch eine weitere Erhöhung abgelehnt. Das Angebot von 39 Dollar je Aktie biete den Aktionären einen "fairen Wert", teilte Engelhard nun mit. Im Rahmen der Vereinbarung mit der BASF sei die Offerte so verändert worden, dass sie den Engelhard-Aktionären mehr Sicherheit gebe als dies bei dem früheren, nicht angeforderten Angebot der Fall gewesen wäre. Nach Angaben eines BASF-Sprechers wurden Engelhard jedoch keine wesentlichen Zugeständnisse mehr gemacht, lediglich eine "Marginalie" sei verändert worden.

Die Engelhard Corporation mit Sitz in Iselin im Bundesstaat New Jersey gehört zu den größten Katalysatorenherstellern der Welt und steigerte ihren Umsatz im vergangenen Jahr auf rund 4,6 (3,6 Mrd Euro) Milliarden Dollar nach 4,1 Milliarden Dollar im Vorjahr. Der Gewinn belief sich auf 238,2 (Vorjahr: 235,5) Millionen Dollar. BASF ist mit 42,7 Milliarden Euro Jahresumsatz und fast 81 000 Beschäftigten der größte Chemiekonzern der Welt. (tso/dpa)

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