Wirtschaft : Chemiefirmen erwarten Stagnation

Frankfurt am Main - Die Chemieindustrie in Deutschland wird in diesem Jahr stagnieren und 2009 zum ersten Mal seit sieben Jahren einen Produktionsrückgang um etwa ein Prozent hinnehmen müssen. Der Umsatz dürfte 2009 um 1,5 Prozent schrumpfen. Ulrich Lehner, Präsident des Branchenverbandes VCI, versucht trotzdem, Optimismus zu verbreiten. „Angesichts des wirtschaftlichen Umfeldes ist das verblüffend wenig.“ Die Branche werde nur leicht verlieren. Zugleich werde man sich mit allen Kräften bemühen, die Stammbelegschaften zu halten. „Wir hoffen, dass wir das durchhalten können, bis die Nachfrage wieder anzieht.“ Derzeit beschäftigt die Branche 438 500 Mitarbeiter.

Nach den Worten des VCI-Präsidenten ist die Entwicklung in der Chemie industrie alles andere als dramatisch. Trotzdem werde die Branche nicht darum herumkommen, angesichts der negativen Entwicklung gegenzusteuern. Geplant ist nach Angaben Lehners unter anderem der Stopp von Investitionen, der Abbau von Zeitarbeit, die Verlängerung der Weihnachtspause und die weitere vorübergehende Stilllegung von Anlagen. BASF hatte unlängst mitgeteilt, dass wegen der Krise weltweit rund 80 Anlagen stillgelegt werden und die Produktion in weiteren 100 gedrosselt wird.

Dem VCI-Chef zufolge bremst die nach wie vor gute Entwicklung im Pharmageschäft die Talfahrt. Dort legt die Produktion 2008 noch um 3,5 Prozent zu. Dagegen ist die Chemieproduktion in diesem Jahr um ein Prozent geschrumpft und wird 2009 um weitere 2,5 Prozent zurückgehen. Die Probleme der Autoindustrie bekommt auch die Chemie zu spüren, allerdings in abgeschwächter Form. Etwa zehn Prozent der Chemieprodukte gehen an die Autoindustrie. Unter dem Strich erwartet die deutsche Chemieindustrie 2008 einen Umsatz von knapp 179 Milliarden Euro, das sind rund drei Prozent mehr als 2007. Der Zuwachs resultiert allerdings ausschließlich aus den um fünf Prozent höheren Preisen. ro

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