Wirtschaft : Chemieindustriewächstund baut Stellen ab Branche hofft auf Wende in der Energiepolitik

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Frankfurt am Main Die chemische Industrie hat im ersten Halbjahr überraschend deutlich zugelegt. Die Produktion stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent, der Umsatz sogar um 7,5 Prozent auf 75,6 Milliarden Euro. Jürgen Hambrecht, Präsident des Branchenverbandes VCI, warnte aber vor Euphorie. Nach einem guten Start habe sich die Geschäftslage im Verlauf des ersten Halbjahres verschlechtert. Zudem sei die Basis für die Zahlen ein schwaches erstes Halbjahr 2004.

Für die zweite Jahreshälfte rechnet der VCI mit einer Abschwächung. „Die Produktion dürfte deshalb 2005 um zwei bis 2,5 Prozent zulegen, der Umsatz um etwa 4,5 Prozent“, sagte Hambrecht am Donnerstag. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2004 habe die Produktion nur um zwei Prozent zugelegt. Erneut erwies sich das Auslandsgeschäft mit einem Plus von 8,5 Prozent als Wachstumsmotor. Allerdings gab es auch im Inland einen deutlichen Zuwachs um 6,5 Prozent, über das gesamte Jahr sollen es drei Prozent sein. Keine Impulse hat das Wachstum des ersten Halbjahres auf die Beschäftigung. Die Zahl der Mitarbeiter in der Chemiebranche sank im ersten Halbjahr um rund 1,5 Prozent oder knapp 6700 auf 439300.

Sorge machen dem VCI die Energiepreise: Der reine Strompreis habe sich seit Anfang 2003 um über 50 Prozent verteuert, sagte Hambrecht. Das liege auch am mangelnden Wettbewerb zwischen den Versorgern. Von der künftigen Bundesregierung erwartet er eine Umkehr in der Energiepolitik. Dabei dürfe die Atomkraft nicht diskriminiert werden. Die Chemieindustrie werde ihren Beitrag, etwa durch innovative Produkte, leisten.ro

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