Wirtschaft : Chemiekonzern Lanxess kündigt harte Sanierung an

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Köln Die Lanxess AG hat im vergangenen Jahr ihre Verluste erheblich verringert, nach eigenen Angaben aber noch nicht Anschluss an die Ertragslage der Wettbewerber gefunden. Daher plant der Anfang des Jahres von der Bayer AG abgespaltene Chemiekonzern schon im ersten Jahr seiner Selbstständigkeit massive Rationalisierungen. Die Maßnahmen schließen laut Lanxess Standortschließungen und Stellenabbau ein, über den seit Anfang der Woche mit dem Betriebsrat verhandelt werde. Bei bis zu 1200 Arbeitsplätzen in Deutschland will das Unternehmen den Rotstift ansetzen.

„Wenn wir jetzt nicht handeln, stehen weitaus mehr Arbeitsplätze auf dem Spiel“, sagte der Vorstandsvorsitzende Axel C. Heitmann am Dienstag in Köln. Die von Bayer übernommene Standortsicherungsvereinbarung, die bis Ende 2007 betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, wolle Lanxess aber nicht einseitig kündigen. Mit Arbeitnehmervertretern seien schon Gespräche aufgenommen worden, um eine Verhandlungslösung zu finden.

Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr laufende Erträge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 6,6 Prozent des Umsatzes erzielt. Das ist deutlich weniger als der Branchendurchschnitt von 12,5 Prozent. Auch im laufenden Jahr werde es „sehr schwer, die Ertragslage zu verbessern“, sagte Heitmann. Lanxess hat im vergangenen Jahr aus einem um sieben Prozent auf knapp 6,8 Milliarden Euro gestiegenen Umsatz ein laufendes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 447 Millionen Euro erwirtschaftet, ein Plus von 44 Prozent. Der Konzernjahresfehlbetrag verringerte sich auf zwölf Millionen Euro gegenüber fast einer Milliarde Euro im Jahr 2003. abo/HB/dpa

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