China : David Cameron holt chinesischen Top-Manager ins Boot

Alibaba-Chef Jack Ma unterstützt ab sofort David Camerons Stab in der Erschließung des chinesischen Marktes.

Alibaba-Chef Jack Ma soll ab sofort für eine engere Verzahnung von chinesischer und britischer Wirtschaft sorgen. dpa
Alibaba-Chef Jack Ma soll ab sofort für eine engere Verzahnung von chinesischer und britischer Wirtschaft sorgen.Foto: dpa

Wie vielfältig und kreativ die Verbindungen zwischen Wirtschaft und Politik sein können, verdeutlicht das Zusammenkommen von Jack Ma und dem britischen Regierungschef David Cameron. Jack Ma ist Chef des chinesischen Versandhauses Alibaba und gehört damit zu den wichtigsten Geschäftsmännern seines Landes. Alibaba ist mit über 22 000 Mitarbeitern Chinas größter IT-Konzern. Der Chef und Gründer des chinesischen Internetkonzerns solle Cameron in Wirtschaftsfragen beraten, teilte die Downing Street am Montag mit.

Besseren Zugang zum chinesischen Markt

Die britische Regierung erhofft sich nach Angaben einer Sprecherin unter anderem Ratschläge, wie die Exporte von kleinen und mittelständischen britischen Unternehmen in China angekurbelt werden können und wie sich der chinesische Markt über Plattformen wie Alibaba erreichen lässt. David Camerons Stab umfasst mittlerweile 19 Wirtschaftsberater, die meisten von ihnen sind Chefs großer britischer Unternehmen, darunter der Ölkonzern BP, die Billigfluggesellschaft Easyjet und der Motorenhersteller Rolls-Royce.

Menschenrechtsaktivisten kritisieren den Schritt

Der Alibaba-Chef Jack Ma rückt nun einen Tag vor dem Beginn des Staatsbesuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den Beraterstab auf. Für ihn und den britischen Finanzminister George Osborne sind enge Beziehungen zur Volksrepublik China eine Voraussetzung für ein starkes Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren. Menschenrechtsaktivisten werfen der konservativen britischen Regierung dagegen vor, sich der chinesischen Wirtschaft anzubiedern. Es wird erwartet, dass der viertägige Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten von Protesten begleitet wird. (AFP, dam)

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