China : Der chinesische Export schrumpft

Die Sorgen vor einer Abkühlung der chinesischen Wirtschaft wachsen. Im März sind Aus- und Einfuhren erneut gesunken.

Weniger Handel. Im März schrumpften die chinesischen Exporte erstmals seit 2009 den zweiten Monat in Folge.
Weniger Handel. Im März schrumpften die chinesischen Exporte erstmals seit 2009 den zweiten Monat in Folge.Foto: AFP

Unerwarteter Rückschlag für die weltgrößte Handelsnation China: Im März schrumpften die Exporte erstmals seit 2009 den zweiten Monat in Folge. Da auch die Importe überraschend zurückgingen, nehmen die Sorgen vor einer spürbaren Konjunkturabkühlung in der Volksrepublik zu. Die Regierung plant trotzdem keine Gegenmaßnahmen. Die Ausfuhren fielen überraschend um 6,6 Prozent zum Vorjahresmonat, teilte die Zollbehörde am Donnerstag in Peking mit. Ökonomen hatten dagegen ein Wachstum von 4,0 Prozent erwartet, nach dem Einbruch von 18,1 Prozent im Februar. Die Importe schrumpften sogar um 11,3 Prozent und damit so kräftig wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Hier war ein Anstieg um 2,4 Prozent vorausgesagt worden. Ministerpräsident Li Keqiang reagierte gelassen auf die schwachen Daten. “Wir werden auf kurzzeitige Schwankungen beim Wirtschaftswachstum keine kurzfristigen und kraftvollen Konjunkturmaßnahmen einleiten“, sagte Li. “Wir werden uns stattdessen auf eine mittel- bis langfristig gesunde Entwicklung konzentrieren.“ Priorität habe ein weiterhin solider Anstieg der Beschäftigung.

Die chinesische Wirtschaft gilt als Stimmungsbarometer für den Welthandel

Weniger wichtig sei dagegen, ob das Bruttoinlandsprodukt 2014 nun etwas schneller oder langsamer als die avisierten 7,5 Prozent wachse, betonte Li. Von Reuters befragte Ökonomen sagen für das erste Quartal ein Plus von nur noch 7,3 Prozent voraus; es wäre das kleinste seit fünf Jahren.
Die Schwäche der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt dürfte auch an den deutschen Unternehmen nicht spurlos vorbeigehen. Ihre Exporte waren bereis im Februar so stark gesunken wie seit neun Monaten nicht mehr, vor allem wegen der schrumpfenden Nachfrage aus großen Schwellenländern wie China. “Das Zahlenwerk signalisiert einerseits die derzeitige Schwäche der chinesischen Volkswirtschaft, andererseits eine nach wie vor nur schleppende Entwicklung des Welthandels“, sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Die exportlastige chinesische Wirtschaft gilt als guter Stimmungsbarometer für den weltweiten Warenumschlag. Die Volksrepublik hatte 2013 die USA als weltgrößte Handelsmacht abgelöst. rtr

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