China : Die Banken bleiben beim Staat

Als der Große Vorsitzende Mao Zedong 1976 starb, setzten sich die Reformer um Deng Xiaoping an die Spitze der Volksrepublik und öffneten die Märkte. „Es ist egal, ob die Katze schwarz oder weiß ist, Hauptsache, sie fängt Mäuse“, war Dengs Credo.

Seitdem hat sich viel verändert in China, viele westliche Firmen sind vertreten, und die Wirtschaft boomt. Trotz wirtschaftlicher Öffnung bleiben die meisten Unternehmen vom chinesischen Staat kontrolliert. Unter den größten 20 Konzernen der Volksrepublik findet sich kein einziges Privatunternehmen. „In China gab es im Gegensatz zu Russland keine Privatisierungswelle“, sagt der ehemalige Chefvolkswirt von Morgan Stanley, Andy Xie.

Die chinesische Regierung plant die Fusionen und Übernahmen ihrer Betriebe selbst. Ziel ist dabei nicht, unter allen Umständen besonders große Konzerne zu schaffen, im Vordergrund steht das Geldverdienen. „Die chinesische Gesellschaft ist so stark wie fast keine andere auf Geld fokussiert“, sagt Xie.

Ein gutes Beispiel ist der Bankensektor: Chinas Bankenmarkt ist noch immer fest in den Händen der große Staatsbanken, sie werden auch die „großen vier“ genannt. Sie beherrschen den Markt und teilen fast 70 Prozent des Kreditgeschäftes und gut 60 Prozent des Einlagengeschäftes unter sich auf. Nummer eins ist die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), dicht gefolgt von der Bank of China. Bei den staatlichen Banken können ausländische Investoren maximal mit 20 Prozent einsteigen, um Know-how und frisches Kapital mitzubringen. Einfluss bleibt ihnen verwehrt, denn 80 Prozent sind in Staatshand. Zwar ist China 2001 der Welthandelsorganisation WTO beigetreten, doch das hält die Pekinger Zentralregierung nicht davon ab, den Markt nach Belieben zu reglementieren. cgi

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben