Wirtschaft : China enttäuscht die Welt „Nur“ 7,7 Prozent Wachstum im Quartal

Peking - Der Welt-Wachstumsmotor China kommt ins Stottern. Die Wirtschaftsleistung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde hat im ersten Quartal 2013 weniger stark zugelegt als erwartet. In den ersten drei Monaten betrug der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 7,7 Prozent, wie das Statistikamt in Peking mitteilte. Im Schlussquartal 2012 hatte er noch bei 7,9 Prozent gelegen. Analysten haben nun Sorge, dass China als Antriebskraft für die Weltkonjunktur schwächeln könnte.

Experten waren von einem stärkeren Anstieg ausgegangen. Deshalb reagierten die Aktienmärkte international enttäuscht. Der in der vergangenen Woche um fünf Prozent gestiegene Nikkei-225-Index in Japan schloss mit einem Abschlag von 1,55 Prozent. Auch in Europa gaben die Kurse nach. Die Nord LB wertete die Zahlen „nahezu als Schock“.

Das Wirtschaftswachstum lag in den ersten drei Monaten zwar immer noch deutlich über der Regierungsvorgabe von 7,5 Prozent für 2013, diese Ziele werden jedoch traditionell vorsichtig gesetzt und meist deutlich übertroffen. Im gesamten Jahr 2012 hatte das Wachstum bei 7,8 Prozent gelegen.

Zum Jahresanfang dämpften eine schleppende Produktion und ein schwacher Einzelhandel den Zuwachs. Der Anstieg der Industrieproduktion fiel um 2,1 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Wachstum der Einzelhandelsumsätze ging um 2,4 Punkte auf 12,4 Prozent zurück. Der Einzelhandel gilt als wichtiger Indikator für Konsumausgaben in China.

Die neuen Zahlen kommen zu einer Zeit, in der China Milliarden in Konjunkturprogramme für die eigene Wirtschaft gepumpt hat. Mit der schwachen Erholung der US-Wirtschaft und den Problemen in der Eurozone hatten Analysten auf die Konjunkturlokomotive China gehofft. China braucht sechs oder sieben Prozent Wachstum als Untergrenze, um ausreichend Jobs zu schaffen und Entwicklungsprobleme zu lösen. dpa

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