Wirtschaft : China gefährdet die Weltgesundheit

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Besorgniserregender kann eine Warnung nicht sein: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die neue Form der Lungenentzündung, die ihren Ursprung in der chinesischen Provinz Guangdong hat, eine „weltweite Gesundheitsbedrohung“ genannt und eine dringende Reisewarnung für Südostasien ausgesprochen. Selbst wenn das ein falscher Alarm ist, sollte es eine aufrüttelnde Warnung sein, dass die Welt nicht nur schlecht auf neue Krankheiten, sondern auch auf alte Krankheiten in den Händen von Terroristen vorbereitet ist.

Das schwere akute Atemwegssyndrom (Sars) scheint sich hauptsächlich von Hongkong aus mit der Geschwindigkeit eines Jumbo-Jets über den Rest der Welt auszubreiten. Es ist schon lange befürchtet worden, dass Krankheiten wegen der Geschwindigkeit modernen Reisens in die großen Bevölkerungszentren der Welt getragen werden könnten, bevor die Gesundheitsbehörden sie identifiziert haben. Dieser Alptraum könnte jetzt wahr werden.

China hat es versäumt, die Welt frühzeitig vor der mysteriösen Krankheit zu warnen. Erst vier Monate nach Ausbruch der Krankheit, bat Peking die WHO um Unterstützung. Diese Passivität passt zu dem Verhalten der Kommunistischen Partei Chinas, Informationen vorzuenthalten und so zu tun, als gäbe es das Problem nicht. Diese Haltung hat in der Vergangenheit viele Menschenleben gekostet und im vorliegenden Fall die Identifizierung des Krankheitserregers verzögert.

Die Lehre, die man daraus ziehen sollte, ist, dass auch in unserem „Informationszeitalter“ die stärksten Bemühungen, Krankheiten einen Schritt voraus zu sein, durch die politisch motivierte Weigerung, Informationssysteme zu teilen, zunichte gemacht werden können. Sollte sich die Krankheit zu einer Epidemie ausweiten, dann werden sich vielleicht auch die Chinesen fragen, welchen Wert ein staatliches System hat, das meint, niemandem Rechenschaft schuldig zu sein.

Vor drei Jahren zog sich der russische Präsident Wladimir Putin den Zorn der Russen zu, als er sich weigerte, den Westen rechtzeitig um Unterstützung bei der Bergung der 118 Besatzungsmitglieder des gesunkenen Atom-U-Bootes Kursk zu bitten. Die Krankheit Sars könnte noch mehr Menschenleben fordern.

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