Wirtschaft : China gehört in Quarantäne

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Das Killervirus Sars ist bis jetzt in 15 Ländern aufgetreten. Die Behörden warnen vor Reisen nach China, Hongkong, Singapur und Vietnam. 97 Menschen sind bis jetzt gestorben. Allein in Hongkong gibt es Dutzende neue Fälle. Die noch unheilbare Krankheit aus Südchina birgt noch immer Geheimnisse. Aber warum sie sich weltweit ausbreiten konnte, ist kein Geheimnis: Das ist der Preis der chinesischen Vertuschung.

Weder gab China Alarm, noch bat es um Hilfe bei der Erkennung. Der Weltgesundheitsorganisation wird der Zugang zu Informationen verweigert. Während Experten außerhalb Chinas das Virus nun allein erforschen, tragen Reisende es weiterhin aus China heraus. Angesichts der Trotzhaltung Chinas wäre es das Beste, harte Maßnahmen zu ergreifen. Die Ausbreitung des Virus wäre am ehesten durch den Abbruch der Reiseverbindungen nach China zu stoppen, bis dort eine sinnvolle Eindämmung betrieben wird.

Dieser Reisebann schlösse auch Hongkong ein, da sich das Virus von dort aus am stärksten ausbreitet. Zwar wurde in Hongkong eine Quarantäne eingeführt, aber bis diese greift, wäre es klug, Flüge von und nach Hongkong zu streichen. Der Schutz menschlichen Lebens rechtfertigt diese Maßnahme.

Das Virus ist ansteckender als gedacht und auch durch Einatmung oder Berührung übertragbar. Die Krankheit kann nur im frühen Stadium behandelt werden. Darüber hinaus muss man die Kosten einer Quarantäne mit denen einer SarsAusbreitung abwägen, wenn ähnliche Zustände in New York, London oder Tokio einträten wie in Hongkong: Geschlossene Schulen, leere Innenstädte, Firmen ohne Mitarbeiter. Allein in Hongkong dürfte dies Milliarden kosten. Was die Panikgefahr angeht, so sind Informationen das beste Gegenmittel. In Hongkong herrscht keine Panik, weil stets die neuesten Erkenntnisse verfügbar sind. Die Quarantäne beruhigt. Noch kann Peking diesen Weg wählen. Nicht zum ersten Mal vertuscht Peking Gesundheitsprobleme. Bei der Ausbreitung von Aids in den Neunzigern durch infiziertes Spenderblut unterdrückte Peking Informationen und blieb sogar dann noch untätig, als die ausländische Presse über die schrecklichen Todeszahlen berichtete. Auch dieses Mal ist Chinas Problem ein Problem der ganzen Welt. Deshalb muss China jetzt handeln.

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