Wirtschaft : China ist stärker als der Euro

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Egal, ob sie Lanxess oder BASF heißen: Die deutschen Chemieunternehmen haben ihr Geschäft ungeachtet des steigenden EuroKurses in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Das liegt vor allem am starken Export, der im Vergleich zum Vorquartal um elf Prozent zulegte, wie der Branchenverband VCI im Lagebericht für das dritte Quartal resümiert. Der Wirtschaftsboom in China hat den deutschen Chemieunternehmen sogar ein Exportplus von 25 Prozent in dieser Region beschert. Die Branche liefert chemische Grundstoffe wie Natronlauge oder Schwefelsäure und Petrochemikalien oder Kunststoffe, die für den Auto- oder Maschinenbau gebraucht werden. Doch obwohl die Stimmung in der Branche im Oktober auf den höchsten Wert seit dem Boomjahr 2000 gestiegen ist, schleicht sich langsam die Sorge um den Euro ein. Sollte er weiter an Wert gewinnen, heißt es beim VCI, werde er das Exportgeschäft erschweren. Stärker wiegt aber die Sorge um die hohen Ölpreise und eine mögliche Abkühlung der Weltkonjunktur.

Auch in der Pharmaproduktion hat sich der Exportanteil im dritten Quartal erhöht. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg er um 4,5 Prozent. „Grundsätzlich wird viel in den Dollar-Raum exportiert“, sagte Rolf Hömke, Sprecher des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller. Wie sich der starke Euro auf das Exportgeschäft auswirkt, vermag er nicht zu sagen. Konkreter wird der drittgrößte deutsche Pharmakonzern Schering, der rund die Hälfte seines Umsatzes im Dollarraum macht. Die Prognose für 2004 beruht auf einem Wechselkurs von 1,20 Dollar. Trotzdem bleibt Schering-Chef Hubertus Erlen angesichts des starken Euro gelassen, wie er in dieser Woche sagte. Rund die Hälfte des Wechselkursrisikos ist traditionell abgesichert. pet

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