Wirtschaft : China schließt Abwertung ausdrücklich aus

PEKING .China hat eine Abwertung seiner Währung in diesem Jahr praktisch ausgeschlossen.Um die Konjunktur über stärkere heimische Nachfrage anzukurbeln, wird aber der Kredithahn aufgedreht und die Geldpolitik vorübergehend gelockert.Zentralbankchef Dai Xianglong sagte am Mittwoch in Peking ferner, nach dem Konkurs des zweitgrößten Investmenthauses Chinas werde es keine staatliche Hilfe bei der Rückzahlung der Kredite an ausländische Investoren geben.

Den Spekulationen über den Renminbi wollte der Gouverneur ein Ende setzen."Während der Finanzkrise in Asien im vergangenen Jahr wurde der Renminbi nicht abgewertet, und im Moment gibt es erst recht keine Notwendigkeit, ihn abzuwerten", sagte Dai Xianglong."Der Renminbi wird nur abgewertet, wenn es ein großes Ungleichgewicht in der Zahlungsbilanz oder einen großen Anstieg der Exportkosten gibt.Ich denke nicht, daß diese Bedingungen in diesem Jahr existieren." Eine Abwertung nutze niemandem, sagte Dai Xianglong.

China werde über die nächsten fünf Jahre zwar weiter eine "angemessen knappe Geldpolitik" verfolgen, dabei aber kurzfristig "Flexibilität" zeigen, sagte der Notenbankchef.So werde die Geldpolitik in diesem Jahr nur "angemessen" sein und nicht noch "knapp".Dies gehe mit der "aktiven Ausgabenpolitik" der Regierung einher.Mit einem massiven Ausgabenprogramm wird versucht, die Folgen der Asienkrise aufzufangen.Chinas Wirtschaft werde in diesem Jahr um sieben Prozent (1998: 7,8 Prozent) wachsen.Der Gouverneur kündigte mehr Kredite für Verbraucher, die Infrastruktur und technisch innovative Unternehmen an.

Nach der Milliardenpleite der Guangdong International Trust and Investment Corporation (Gitic) machte Dai Xianglong ausländischen Banken keine Hoffnung, ihr Geld vollständig wiederzubekommen.Daß sie ihre Kredite wie erforderlich gemeldet hätten, "bedeutet nicht, daß sie staatlich garantiert werden".Gitic sei "eine unabhängige Rechtseinheit".Kreditgeber sollten streng auf die Bilanzen eines Unternehmens achten und nicht auf politische Hintergründe.Zu Befürchtungen, auch andere Investment-häuser könnten in die Krise geraten, entgegnete Dai Xianglong, deren ausländische Schulden seien mit 8,1 Mrd.US-Dollar "bei weitem nicht so hoch wie berichtet".Doch gebe es "eine Menge Probleme".Die Zahl der derzeit 239 Investmenthäuser solle aber verringert und ihr Kapital erhöht werden.Doch werde es nicht zu der erwarteten Reduzierung auf ein paar Dutzend kommen.

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